Kurzwelle

Deutsche Welle beendet auch Suaheli-Sendungen

Bei der Deutschen Welle nähert sich der Ausstieg aus dem Kurzwellenrundfunk weiter der Vollendung. Zum 29. März 2020 entfallen nun die Sendungen in Suaheli, einer ostafrikanischen Sprache, mit der bis 1990 auch Radio Berlin International größere Hörerresonanz fand.

Deutsche Welle, Fußball
Werbebild zum Start der Bundesliga-Sendungen im Jahre 2016 | © DW

Bei der DW ging es hier in der Vergangenheit um drei einstündige Sendungen am Tag. Davon sind die Ausgaben am Morgen und am Abend bereits vor einigen Jahren entfallen. Nur die Mittagssendung ist bis jetzt noch beibehalten worden (siehe unten).

Ab 29. März verbleiben dann einzig Sendungen in der westafrikanischen Sprache Haussa sowie dem in Äthiopien gesprochenen Amharisch.

Dabei laufen die drei täglichen Sendungen in Haussa (jeweils eine Stunde ab 8.30, 15.00 und 20.00 Uhr MESZ) nun alle auf den selben Frequenzen, und zwar 9830 kHz von der Sendestation der Voice of America in São Tomé sowie 11850 und 15215 kHz über die Sender von TDF in Frankreich.

Wenn es wieder zu Spielen der Fußball-Bundesliga kommt, soll es weiterhin sonnabends eine Liveberichterstattung in Haussa geben; dann mit einer kleinen Frequenzänderung jeweils von 15.25 bis 17.30 Uhr aus Frankreich auf 15195 und 15350 kHz.

Ebenfalls weiter aus Frankreich abgestrahlt wird in der Sommersaison 2020 die Sendung in Amharisch: Von 18.00 bis 19.00 Uhr auf 13775 und 15275 kHz.

Stand vom 16.03.2020



Am 26. Oktober 2019 hatte die DW letztmalig terrestrische Hörfunksendungen für Afghanistan und damit insgesamt für ein Zielgebiet außerhalb von Europa ausgestrahlt. Von den einst 100 Minuten täglicher Sendezeit waren hier über längere Zeit noch 60 und in der letzten Phase ab März 2019 nur noch 30 Minuten verblieben.

Damit hatte die DW diesen Markt der BBC und dem Auslandsrundfunk der USA überlassen. In London und Washington wird es offenbar immer noch als lohnend angesehen, großflächige Kurzwellenprogramme nach Afghanistan abzustrahlen.

Das somit für das Winterhalbjahr 2019/20 eingeführte, noch bis zum 28. März geltende Sendeschema sieht so aus (Zeitangaben in MEZ):

07.30-08.00 Uhr, Haussa:
7220 kHz (São Tomé), 9570 und 9830 kHz (Frankreich)
11.00-12.00 Uhr, Suaheli:
15275 und 17710 kHz (Madagaskar)
14.00-15.00 Uhr, Haussa:
9830 und 11980 kHz (São Tomé), 17800 kHz (Frankreich)
Sonnabends 15.25-17.30 Uhr, Haussa:
15195 und 15320 kHz (Frankreich)
17.00-18.00 Uhr, Amharisch
11995 und 13775 kHz (Frankreich)
19.00-20.00 Uhr, Haussa:
9570 und 9785 kHz (Frankreich), 9830 kHz (São Tomé)

Bei den nur sonnabends laufenden Sendungen handelt es sich, siehe oben, um Berichterstattung von der Fußball-Bundesliga. Eigentlich sollen diese Frequenzen auch nur an Spieltagen eingeschaltet sein. Sie werden jedoch öfters auch an anderen Tagen hochgefahren. Zu hören ist dann nur das endlos wiederholte Pausenzeichen.

Parallel kam es bei der DW zum 1. Oktober 2019 zu einem Wechsel des Sendedienstleisters für die Hotbird-Satellitenplattform. Diese Umstellung war verbunden mit einer Verbesserung der Übertragung des englischsprachigen DW-Fernsehens auf zeitgemäße HD-Qualität.

Der neue Auftragnehmer, das französische Unternehmen Globecast, formierte einen Multiplex auf dem Hotbird 13B, der das Fernsehen und die verbliebenen Hörfunk-Überspielkanäle der DW mit vier Hörfunkkanälen des BBC World Service und dessen arabischem Fernsehprogramm kombiniert.

Damit abgelöst wurde die über Jahrzehnte praktizierte Nutzung von Kapazitäten der heutigen Media Broadcast Satellite. Der jetzt von der DW verlassene Multiplex auf dem Hotbird 13E wurde so vollends zu einem Gemischtwarenladen mit Programmen unterschiedlichster Veranstalter.

 

Autor: Kai Ludwig