Australien

Kurzwellenbetrieb von Radio 4KZ

Radio 4KZ in Australien will künftig noch einen zweiten Kurzwellensender betreiben. Vorgesehen ist, die rund um die Uhr laufende Frequenz 5055 kHz vom Abend bis zum Morgen durch 2485 kHz im selten genutzten 120-Meterband zu ergänzen.

Radio 4KZ
Mittelwellensender von Radio 4KZ | © David Dreher, CC-BY-SA

Eine bekannte Empfangszeit für australische Tropenbandsender war der spätere Abend, an den kürzesten Tagen des Jahres auch der Nachmittag. Im Falle von Radio 4KZ handelt es sich jedoch nur um Kleinsender. Die Aussichten, ihre Signale auch noch in Europa zu erahnen, sind entsprechend gering.

Standort von Radio 4KZ ist Innisfail, eine Kleinstadt an der australischen Nordostküste. Die 2017 aufgenommene Ausstrahlung auf Kurzwelle soll die ausgedehnten Gebiete nordwestlich von Cairns erreichen, in denen keine UKW-Sender und tagsüber auch keine Mittelwellen zu empfangen sind.

Letzteres ist den meist nur geringen Sendeleistungen geschuldet. Im Falle von Radio 4KZ läuft die Mittelwelle 531 kHz mit lediglich 5 kW.


Abgesehen von wenig dauerhaften, erst recht nur mit geringen Sendeleistungen arbeitenden Liebhaberprojekten ist Radio 4KZ der einzige australische Programmveranstalter, der noch auf Kurzwelle aktiv ist. Die Australian Broadcasting Corporation hatte 2017 diesen Verbreitungsweg sowohl für das Inland als auch das Ausland aufgegeben.

Bemühungen um eine Revidierung dieser Entscheidung dürften sich mit der Bestätigung der Regierung von Scott Morrison endgültig erledigt haben. Auch eine Förderung von 17 Millionen Australischen Dollar zur Verbreitung australischer Fernsehsendungen im Pazifikraum soll nicht an die ABC, sondern die kommerziellen Veranstalter vergeben werden.


Mit höheren Sendeleistungen auf Kurzwelle aktiv ist in Australien somit nur noch die dortige Niederlassung von Reach Beyond, dem Nachfolger von Radio HCJB in seiner früheren Form.

Sie betreibt in der Nähe der Kleinstadt Kununurra, im Nordwesten des Landes, eine Sendestation für Ausstrahlungen nach Asien. Dort wieder aufgebaut wurden verschiedene Ausrüstungen aus Ecuador, darunter auch die unter Spitznamen wie „Schneebesen“ bekannt gewesene Antenne.

Der Programmablauf ist ausgesprochen komplex und von Wochentag zu Wochentag unterschiedlich. Hier ein vereinfachter Überblick mit den genutzten Frequenzen und den hauptsächlich zu hörenden Sprachen (Zeitangaben in MESZ):

12.55-13.30 Uhr: 15565 kHz (Japanisch)
Mo-Fr 13.00-13.30 Uhr: 15575 kHz (Tibetisch/Vietnames.)
13.13-14.00 Uhr: 11905 kHz (Burmesisch)
14.00-14.30 Uhr: 11875 kHz (Englisch)
14.00-15.30 Uhr: 11750 kHz (Hindi)
14.00-16.00 Uhr: 11900 kHz (Burmesisch/Englisch/Hindi)
14.30-15.00 Uhr: 11945 kHz (Hindi)
15.00-15.30 Uhr: 9610 kHz (Tamilisch)
15.30-16.30 Uhr: 9720 kHz (Hindi/Nepalesisch)
17.00-17.30 Uhr: 7220 und 9770 kHz (Koreanisch)
02.25-03.00 Uhr: 12025 kHz (Burmesisch)

Ab 27. Oktober ergeben sich aus hiesiger Sicht dann jeweils eine Stunde frühere Sendezeiten, wobei auch mit Frequenzänderungen zu rechnen ist.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 28.09.2019