Radio Vatikan

Sondersendungen und Anmerkungen des bisherigen Leiters der deutschen Redaktion

Nochmalige Änderungen gab es bei den Sonderübertragungen, die für das Weihnachtsfest 2017 aus dem Vatikan vorgesehen sind. Es könnten, folgt man dem bisherigen Leiter der deutschen Redaktion von Radio Vatikan, nun tatsächlich die letzten Sendungen dieser Art sein.

Petersdom und Palazzo Pio
Der u.a. als Funkhaus von Radio Vatikan genutzte „Palazzo San Pio X“ in Rom | © Filip B.

Für den 24. Dezember 2017 sind ab 21.20 Uhr Reportagen aus dem Petersdom in einer Anzahl von Sprachen geplant. Terrestrisch ausgestrahlt werden sollen nach letzten Angaben die Versionen in Chinesisch auf 5910 kHz, in Englisch auf 7365 kHz, in Französisch auf 9700 kHz und in Portugiesisch auf 11625 kHz.

Wohl nicht mehr stattfinden wird die Studiomesse in chinesischer Sprache, die Radio Vatikan noch am Heiligen Abend 2016 gefeiert und als weitere Sonderausstrahlung verbreitet hatte (seinerzeit 17.00-17.52 Uhr auf 5975 und 7200 kHz). Von einer solchen Sendung ist auch in den neuesten Angaben nichts mehr zu sehen.

Für die Reportagen vom Petersplatz am 25. Dezember, von 11.55 bis 12.30 Uhr, sind terrestrische Übertragungen vorgesehen bei den Versionen in Französisch auf 17520 kHz, in Englisch auf 17535 kHz und in Portugiesisch auf 17550 kHz.

2016 gab es hier auch noch eine Übertragung des Originaltons auf den traditionellen Europafrequenzen 9645 und 11740 kHz sowie der Nahostfrequenz 15595 kHz. Dazu findet sich nun nur noch jener Vermerk, der auch für die Reportagen in deutscher Sprache eingetragen ist: „(YouTube)“.

Eine nochmalige Einschaltung der Frequenzen 9645 und 11740 kHz dürfte tatsächlich ausgeschlossen sein, da Mittel-/Westeuropa generell kein Zielgebiet für Kurzwellensendungen mehr ist. Die letzten Ausstrahlungen (es handelte sich noch um Gottesdienste in Lateinisch und Informationssendungen in Arabisch) endeten hier am 31. Juli.
 

Auch die anderen, jetzt noch übrigen Hörfunksendungen der Vatikan-Medien sollen künftig weitgehend entfallen. Entsprechende Berichte bestätigte der Leiter der bisherigen deutschen Redaktion von Radio Vatikan, Bernd Hagenkord, im Gespräch mit dem katholischen Schwesterdienst „Medienkorrespondenz“:

„Ja, wir werden weiterhin Audiobeiträge produzieren. Aber nur noch wenig davon wird als Broadcast von uns gesendet.
Wir machen das dann eher so, wie es mit dem deutschen Audiomaterial von Radio Vatikan bisher schon geschieht: Das wird von anderen Sendern und Plattformen übernommen, teils auch als Podcasts.“

Den Start der neuen Plattform „Vatican News“ zum 17. Dezember schildert Hagenkord mit den Worten,

„wir feilen bis zur letzten Sekunde daran“.

Zum weiteren Ablauf sagte er:

„Wir fangen jetzt erst einmal an mit sechs Sprachen. Redakteure aus sechs Sprachgruppen bilden bereits seit einigen Monaten eine Redaktion.
Bei den Sprachen handelt es sich um Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch. [...] Als nächstes kommen vielleicht Arabisch und Chinesisch dazu.“

Die anderen Sprachredaktionen

„[...] produzieren weiterhin Audio unter dem Label ‚Radio Vatikan‘. [...] Wir gehen da also noch eine Weile getrennte Wege. [...] Man hat noch nicht einmal eine Idee, wann das fertig sein könnte.“

Das Gespräch streifte auch die besonders kritisch diskutierte Frage, inwieweit „Vatican News“ noch ein Produkt unabhängiger redaktioneller Tätigkeit sein wird:

„Das Staatssekretariat gibt uns nichts vor und das wird hoffentlich auch in Zukunft so sein. [...]
Bei uns hat natürlich der Papst immer Priorität. [...] Auch über die Kirchen in Deutschland, Österreich und Schweiz werden wir weiterhin berichten, aber es wird aufgrund von Zeit- und Ressourcegründen nicht mehr so viel sein, wie wir das früher haben machen können. [...]
Vatican News wird vom Sekretariat für die Kommunikation gemacht, also sucht der Chef dieses Sekretariats, Monsignor Eduardo Dario Vigano, den Chefredakteur aus. Und derzeit übt er selbst dieses Amt interimistisch aus.“

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 22.12.2017