7295 und 7345 kHz

Kurzwellensendungen aus Jakutsk unterbrochen

Die Kurzwellensendungen aus Jakutsk konnten im mehr als 6000 km entfernten Deutschland dann hörbar werden, wenn der Ausbreitungsweg über Jamal, Kola und Finnland nicht unter dem fast ununterbrochenen Tageslicht des Sommers lag. Nun bleibt jedoch abzuwarten, ob es in der kommenden dunklen Jahreszeit wieder Ausstrahlungen geben wird.

Sender Jakutsk-Tulagino
Senderhaus, Richtfunkturm und Kurzwellenantennen der Sendeanlage Jakutsk-Tulagino (Quelle: vcfm.ru)

Laut diesem Foreneintrag ist der Sendebetrieb wegen Geldmangel seit dem 27. April 2018 unterbrochen.

Die Übertragungen auf den Kurzwellen 7295 und 7345 kHz, mit den letzten bekannten Sendezeiten 23.00-2.00, 5.00-7.01 und 11.00-13.00 Uhr sowie am Wochenende 23.00-7.01 und 11.00-14.00 Uhr MESZ, waren in dieser Form im Mai 2016 gestartet. Besteller war die Rundfunkgesellschaft in Jakutsk, NWK Sacha.

Zuvor hatte die Allrussische Staatliche Rundfunk- und Fernsehgesellschaft (WGTRK) zum Beginn des Jahres 2014 alle Lang- und Kurzwellenfrequenzen, damit auch die in Jakutsk, abgekündigt. Außerhalb der von den UKW-Sendern erreichten Gebiete um die Siedlungen gab es in Sibirien damit keinen Hörfunkempfang mehr.

Wie es hieß, sei dieses Problem eines der häufigsten Anliegen überhaupt gewesen, das an die Verwaltung der Republik Sacha herangetragen wurde. Daher habe man sich entschlossen, die Initiative zu ergreifen.

Die technischen Voraussetzungen dafür waren nach wie vor vorhanden: Der Sendernetzbetreiber RTRS, der auch die bürokratischen Prozesse der Frequenzzuteilung in die Wege leitete, hatte die Ausrüstungen auf der Sendestation in Tulagino bei Jakutsk nicht verschrottet. Ein Bericht über die erneute Herstellung der Betriebsfähigkeit:


Von vornherein nur temporärer Natur waren im September 2016 die erneuten Kurzwellensendungen aus Wladiwostok. Nachdem ein Wirbelsturm zum Ausfall zahlreicher Sendeanlagen geführt hatte, wurde dieser Notdienst eingerichtet, bis die Rundfunkversorgung über DVB-T2 und UKW wieder hergestellt war.

Schon seit Mai 2014 vollständig Geschichte sind die AM-Ausstrahlungen des russischen Auslandshörfunks. Dazu führte seinerzeit dessen Überführung in die neue Struktur Rossija Segodnja, die auch mit einer inhaltlichen Zäsur verbunden war.

So lange die Sendungen aus Jakutsk ebenfalls ruhen, beschränkt sich der Kurzwellenrundfunk in der gesamten Russischen Föderation damit auf die Programme aus der Kaukasusrepublik Adygeja (nach MESZ montags und freitags 20.00-21.00 Uhr sowie sonntags 21.00-22.00 Uhr jeweils auf 6000 kHz) und die in Europa kaum hörbaren Ausstrahlungen auf Kamtschatka.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 30.06.2018