Argentinien / USA

Änderungen bei RAE Argentina al Mundo

Bei den terrestrischen Ausstrahlungen von RAE Argentina al Mundo, dem früheren Radiodifusión Argentina al Exterior, kam es zum 8. Januar 2018 zu umfangreicheren Änderungen. Diese scheinen den Betreiber zunächst selbst zu überfordern: In der gesamten ersten Woche vollbrachte er es nicht, die deutsche Sendung auf ihrem neuen Platz zu übertragen.

Radio Nacional
Funkhaus Buenos Aires (Foto unter Pseudonym „Abasmalko“, Lizenz CC-BY)

Die auf Arbeitstage beschränkten Ausstrahlungen von RAE Argentina al Mundo über die Sendestation von Radio Miami International in Florida sollen jetzt wie folgt laufen (Zeitangaben in MEZ):

09.00-11.00 Uhr: 9455 kHz; Japanisch, Chinesisch
13.00-14.00 Uhr: 9955 kHz; Portugiesisch
20.00-22.00 Uhr: 9395 kHz; Deutsch, Italienisch
23.00-24.00 Uhr: 5950 kHz; Spanisch
00.30-01.00 Uhr: 7780 kHz; Französisch
03.00-04.00 Uhr: 9395 kHz; Englisch

Vom 8. bis 12. Januar kam zwischen 20.00 und 22.00 Uhr allerdings nur ein Füllprogramm mit Musik. Beschwerden aus der Zielgruppe oder Beanstandungen seitens des Programmveranstalters waren nicht zu vernehmen.

Mit den Übertragungen aus Florida ersetzt RAE Argentina al Mundo seit Mai die eigenen, Anfang 2017 ausgefallenen, bis dahin über viele Jahre auf den nie geänderten Frequenzen 11710 und 15345 kHz eingesetzten Sender.

Die jetzige Umgestaltung steht in Zusammenhang mit dem Entfall der Ausstrahlungen von Ralph Gordon Stair, mit denen Radio Miami International einen großen Teil seines Umsatzes machte. Inwieweit der restliche Sendebetrieb in Zukunft noch zu halten ist, bleibt abzuwarten.
 

Auslandssendungen aus Buenos Aires gibt es seit 1949, von Anfang an auch in deutscher Sprache. Mit dem Sturz von Juan Domingo Perón im Jahre 1955 wurden sie zunächst wieder eingestellt, 1958 aber erneut aufgenommen.

Auch unter der Militärdiktatur (1976 bis 1983) sendete Radiodifusión Argentina al Exterior weiter. Zu besonderer Bekanntheit brachte es dabei der deutsche Redakteur Carl Dieter Gredé, der in seinen Sendungen immer wieder Kritik am Regime andeutete und sich damit einem unkalkulierbaren Risiko aussetzte.

Gredé wurde schließlich in einer regelrechten Rettungsaktion aus Argentinien herausgeholt und in eine journalistische Tätigkeit vermittelt. Danach brach er, ungeachtet dieser beträchtlichen Unterstützung, alle Kontakte zur Rundfunkszene ab. Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt.

 

Autor: Kai Ludwig, mit Informationen von Glenn Hauser; Stand vom 13.01.2018