4950 kHz

Angola auf Kurzwelle

Zu den afrikanischen Ländern, deren Rundfunk noch immer auf Kurzwelle aktiv ist, gehört auch Angola. Radio Nacional de Angola überträgt seine Leitwelle „Canal A“ weiterhin auf 4950 kHz. Der Sender, dessen tatsächliche Trägerfrequenz etwa 250 Hertz zu tief liegt, bleibt in der Regel rund um die Uhr eingeschaltet.

Radio Nacional de Angola
Ein Sendestudio von Radio Nacional de Angola

Diese Frequenz ist der letzte verbliebene Rest des Kurzwellenrundfunks in Angola. Völlig veraltet sind die Frequenzansagen von „Canal A“, die zumindest 2016 noch immer behaupteten, man sende außer auf UKW auch auf „11955, 4950, 1088, 1010, 944 kHz“. Die Frequenz 11955 kHz ist, wie auch die anderen früher genutzten Kurzwellen, seit Jahren nicht mehr in Betrieb.

Von den Mittelwellen wiederum ist die einstige 1010 kHz schon länger Geschichte. Die Frequenzen der beiden anderen Sender wurden inzwischen auf 1134 bzw. 945 kHz korrigiert. Dabei läuft auf 945 kHz nicht „Canal A“, sondern das der traditionellen afrikanischen Kultur gewidmete Radio N'Gola Yetu.

Darüber hinaus werden abends auf 945, nicht aber auf 4950 kHz noch immer Auslandssendungen unter anderem in Französisch und Englisch ausgestrahlt. Praktisch scheint dies inzwischen als Teil des Programms von Radio N'Gola Yetu abgewickelt zu werden.

Die Auslandssendungen dürften seit dem Verlust ihrer eigenen Kurzwellenfrequenzen kaum noch außerhalb von Angola zu hören sein. Nach offiziellen Angaben beträgt die Sendeleistung auf 945 kHz lediglich 25 kW, was auch für die Kurzwelle 4950 kHz gilt.

Dieser restliche AM-Betrieb von Radio Nacional de Angola läuft weiterhin über die Sendestation an der Estrada do Mulenvos in Luanda. Dort sind nur noch Reste der Antennenanlage vorhanden, bedrängt von einer bereits laufenden Überbauung des Geländes:

Keine Alternative bietet vorerst das Internet. Zwar gab es dort schon einmal einen ausgebauten Auftritt mit Livestreams. Momentan trifft man aber nur auf die Ankündigung eines „baldigen“ Relaunches, ergänzt um einen Verweis auf das Facebook-Profil:

Em breve um novo site RNA
© www.rna.ao

Damit bliebe noch der Satellitenempfang. Allerdings scheinen die nach Europa gerichteten Übertragungen auf dem Eutelsat 7A (7° Ost; hier auf 11,221 GHz h sowie, anscheinend als Zuspielung, auch als schmalbandiges Signal im Ka-Band auf 21,571 GHz h) jetzt ebenfalls abgeschaltet sein.

In jedem Fall ausgestrahlt wird dort das Auslandsprogramm von Televisão Pública de Angola, das unter tpai.tv auch über einen funktionierenden Internetauftritt mit einigen Abrufvideos verfügt. Der prominent hervorgehobene Link zu einem Livestream liefert momentan allerdings wiederum nur:

Server not found
© www.tpai.tv

Längst Geschichte sind indessen die Kurzwellen der Regionalstationen in Benguela und weiteren Städten Angolas. Sie waren, trotz geringer Sendeleistungen, bis in die 90er Jahre zum Teil ebenfalls bis nach Europa hörbar.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 02.09.2016