Angola

Luanda auf 4950 kHz

Zum mittlerweile im Schwinden begriffenen Kreis von afrikanischen Ländern, die noch heute Rundfunksender auf Kurzwelle betreiben, gehört auch Angola. Radio Nacional de Angola überträgt seine Leitwelle „Canal A“ weiterhin auf 4950 kHz.

Radio Nacional de Angola
Ein Sendestudio von Radio Nacional de Angola

Entgegen früheren Gepflogenheiten verbleibt der Sender rund um die Uhr auf dieser typischen Nachtfrequenz. Eine Umschaltung auf höhere Tagfrequenzen findet nicht mehr statt.

Dabei liegt die Trägerfrequenz stets 200 bis 250 Hertz unter dem Sollwert. Die Sendeleistung erreicht offensichtlich nur noch einen Bruchteil der früheren Werte von bis zu 100 kW; in Europa ist das Signal am Abend inzwischen bestenfalls zu erahnen.

Neben dieser letzten Kurzwelle sind in Luanda noch zwei Mittelwellen in Betrieb, auch sie nur noch mit geringen Sendeleistungen. Eine dieser Frequenzen überträgt abends noch immer einen Auslandsdienst, der mangels geeigneter Verbreitungswege natürlich zur Farce geworden ist.

Das gilt vor allem, da Radio Nacional de Angola seinen Internetauftritt (er existierte bereits in ausgebauter, mit Livestreams ausgestatteter Form) 2016 aus unbekannten Gründen gelöscht hat. 2017 wurde unter rna.ao noch ein „baldiger Neustart“ versprochen. Inzwischen erscheint nur noch der lapidare Hinweis „Seite im Aufbau“.

Betrachtet man Satellitenbilder, dann ist vom Verbreitungsweg AM erst recht nichts mehr zu erwarten. Auf der Sendestation in Luanda ist bereits eine Überbauung im Gang. Die hier im unteren Bildteil noch zu sehenden Antennen sind inzwischen, wie neueres Bildmaterial zeigt, auch verschwunden.

Eine funktionierende Internetpräsenz gibt es unter tpa.sapo.ao immerhin für das Fernsehen. Mit einem Auslandsprogramm kann es auch in Europa über Satellit empfangen werden, und zwar über den Eutelsat 7A (7° Ost) auf 11,221 GHz h unter der Kennung „TPAI“. Als separate Tonspur wird dort auch „Canal A“ mitgesendet.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 30.07.2018