24. Dezember 2018

Kurzwellenfrequenzen für den NDR

Inzwischen sind die Kurzwellenfrequenzen dafür geplant, das Programm von NDR Info am 24. Dezember 2018 wieder in die von deutschen Schiffen befahrenen Seegebiete zu richten.

Frohes Fest
Studio im RBB-Radiohaus Babelsberg, 2002 | © Kai Ludwig

Diese jährlichen Übertragungen des Norddeutschen Rundfunks begannen 2012, um den Seeleuten am Heiligabend einen Ersatz für das im Jahr zuvor eingestellte Hörfunkprogramm der Deutschen Welle zu bieten.

Ursprünglich geschah dies als Nachnutzung der früheren DW-Sender in Deutschland. Nachdem die nicht mehr wirtschaftlich zu betreibende Großstation Wertachtal endgültig abgeschaltet wurde, arrangiert die Media Broadcast stattdessen einen Einsatz der Kurzwellensender in Frankreich und Österreich.

2016 kam noch eine Ausstrahlung aus Armenien hinzu, die in die Seegebiete um Europa gerichtet ist. Sie ersetzt die Mittelwellen des NDR, die Anfang 2015 stillgelegt wurden.
 

Die unterschiedlichen Sendeleistungen haben einen technischen Grund. Die eigene Sendestation der Media Broadcast bei Nauen und der Kurzwellenstandort beim zentralfranzösischen Issoudun verfügen über weitgehend identische Sendeeinheiten, deren Nennleistung von 500 kW für den NDR (und viele andere Sendekunden) zu kostspielig ist.

Dabei sind die Sendeeinheiten in Issoudun mit Thomcast-Technik ausgerüstet, die als ohne weiteres schaltbare Stufe nur die halbe Sendeleistung von 250 kW bietet. In Nauen ist hingegen Telefunken-Technik installiert und als weitere Leistungsstufe 25 Prozent, entsprechend 125 kW, eingerichtet.

In Österreich (Moosbrunn) und Armenien (Gavar) wiederum handelt es sich um klassische Kurzwellenstationen mit einem zentralen Technikgebäude. Dort sind in beiden Fällen auch kleinere Sender mit 100 kW vorhanden.
 

Auf Kurzwelle übernommen wird NDR Info am 24. Dezember von 20.00 bis 24.00 Uhr. Unter dem Titel „Gruß an Bord“ läuft dann ein Zusammenschnitt aus öffentlichen Veranstaltungen (in Leer und Hamburg am 9. bzw. 16. Dezember) sowie weiteren, im Studio gelesenen Grüßen.

Um 22.00 Uhr setzen Nachrichten und anschließende Gottesdienstübertragung eine Zäsur, die dafür genutzt wird, die Kurzwellensender auf andere Frequenzen umzuschalten (es wäre schwierig, für eine solche Sondersendung über vier Stunden hinweg geeignete Frequenzen zu finden).
 

Am 24. Dezember 2018 soll das, jeweils mit den Frequenzen für die beiden Sendeblöcke 20.00-22.00 / 22.00-24.00 Uhr, so aussehen:

Nauen, 125 kW
nach Westeuropa – nördlicher Atlantik – Karibik
6080 kHz / 6145 kHz
Nauen, 125 kW
nach Ostafrika – Indischer Ozean
9740 kHz / 9720 kHz
Issoudun, 250 kW
nach Ostafrika – Südafrika – Antarktis
9800 kHz / 9830 kHz
Issoudun, 250 kW
nach Westafrika – südlicher Atlantik – Südamerika
11650 kHz / 9590 kHz
Moosbrunn, 100 kW
Richtung Indischer Ozean – Südostasien – Australien
9570 kHz / 9650 kHz
Armenien (Gavar/Noratus), 100 kW nach Europa
6030 kHz / 6155 kHz

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 17.11.2018