Videos zur Rundfunkgeschichte

Sender Sines
Beitrag von 1993 über die Sendeanlage Sines auf Euscreen.eu

Im Internet abrufbar ist jetzt auch ein 2003 fertiggestellter Dokumentarfilm, der sich mit der Berliner Firma Telefunken und deren Untergang beschäftigt.

Näher vorgestellt wird in diesem Film die Sendeanlage Nauen. Bei deren Modernisierung in den 90er Jahren hatte sich dem Vernehmen nach der damalige Stationsleiter besonders für die Firma Telefunken eingesetzt. Nur dadurch durfte sie wenigstens noch die Sender beistellen, nachdem bereits eine Entscheidung für die Lösung des französischen, mehrfach umfirmierten Wettbewerbers gefallen war.

Von diesen neu entwickelten Sendern konnte Telefunken nur noch ein einziges weiteres Exemplar verkaufen (für die inzwischen eliminierte Sendeanlage Sveio in Norwegen). Konzeptionen für komplette Sendeanlagen, wie auch für Nauen vorgeschlagen (nach Vorstellungen von Telefunken als flexible Lösung mit zentralem Aufbau der Sender im vorhandenen, jetzt nutzlosen großen Gebäude), blieben von vornherein chancenlos.

Die Darstellungen des Films sind von den subjektiven Auffassungen des porträtierten Telefunken-Mitarbeiters geprägt. Dies äußert sich vor allem in der anmaßenden Beschreibung der Firma Continental als „kleines Senderunternehmen in den USA“, aber auch in der unreflektierten Übernahme der Behauptung, Nauen sei „zweitgrößter Sender des Ostblocks“ gewesen. Diese Meinung widerspiegelt die von der Redewendung „wir waren die größte DDR der Welt“ beschriebene Attitüde.

Der Film zeigt (bei 2'15 im ersten Teil des unten als letzte Ergänzung der Linksammlung zu findenden Youtube-Uploads) auch einen Blick in die einstigen UHF-Sender am Standort Schäferberg in Berlin-Wannsee. Nach dem Ende des analogen Fernsehbetriebs werden auf dieser Sendeanlage nur noch drei UKW-Frequenzen betrieben, was sich künftig in einer massiven Preiserhöhung niederschlägt.

Die in dem Film abschließend erwähnte Nachfolgefirma verfügt inzwischen nicht mehr über die Rechte an der Marke Telefunken. Sie verlegte sich deshalb auf den ebenfalls aus der Nauener Funkgeschichte stammenden Namen Transradio.

(Stand vom 05.05.2015)

 

Die Deutsche Welle stellt von ihrem Fernsehen, eingeschlossen den Vorgänger RIAS-TV, produzierte Beiträge für das von der Europäischen Union finanzierte Portal „EUscreen“ zur Verfügung.

Da diese Plattform nur schlecht erschlossen ist, sei hier auf einige der sonst kaum auffindbaren Beiträge hingewiesen. Sie erinnern an einst auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin mit großer Selbstsicherheit präsentierte, dann jedoch völlig gescheiterte Projekte wie die MAC-Fernsehnorm.

Besonders grotesk ist dabei die 1991 gegebene Behauptung, es würden auf der IFA bereits in größerem Umfang Fernsehsendungen in hochauflösender Form produziert. Hier kann von einem reinen Versuchsaufbau gesprochen werden. Die eigentlichen, seinerzeit noch in großem Stil auf der IFA veranstalteten Fernsehsendungen wurden hingegen größtenteils mit Kameratechnik aus den 70er Jahren aufgenommen.

Zwei weitere Beiträge aus dem Jahre 1993 beschäftigen sich mit dem Kurzwellenbetrieb der Deutschen Welle. Ein genereller Überblick enthält verschiedene Schnittbilder der inzwischen nicht mehr existierenden Sendeanlagen Jülich und Wertachtal. Im Detail vorgestellt wird die bis zu ihrer Ablösung im Jahre 2000 auf der Sendeanlage Sines in Portugal betriebene Technik der englischen Firma Marconi.

Ebenfalls präsentiert wird der einst umfangreichere, später wieder beendete Satellitenbetrieb auf der Sendestation Berlin-Britz.

(Autor: Kai Ludwig; Stand vom 26.04.2015)