Äquatorial-Guinea

Bata auf 5005 kHz

Halbwegs regelmäßig auf Kurzwelle aktiv ist bis heute auch die Rundfunkstation in Bata, der größten Stadt des früheren Spanisch-Guinea. Mitunter bis nach Europa zu hören ist die Frequenz 5005 kHz direkt nach ihrer Einschaltung am Morgen, die zu schwankenden Zeiten zwischen 7.00 und 7.30 Uhr MESZ (6.00/6.30 Uhr MEZ) erfolgt.

Äquatorial-Guinea
Äquatorial-Guinea (Quelle: University of Texas)

Die beste Jahreszeit für Empfangsversuche ist erfahrungsgemäß der Oktober. Auch dann ist allerdings nur mit einem schwachen Signal zu rechnen.

Der Kurzwellenbetrieb in Bata begann 1973 mit zwei aus China gelieferten, 100 oder 50 kW starken Sendern (hier ein Foto). 2005 wurden sie durch neue, wiederum chinesische Technik ersetzt.

Ab 1984 übertrugen die Sender in Bata im 19- oder 31- und 41-Meterband auch Programme von Pan American Broadcasting. Dieser kalifornische Veranstalter bringt Missionssendungen unterschiedlicher Produzenten auf Kurzwelle, auch auf die Sender bei Nauen (im Sommerhalbjahr 2019 noch eine wöchentliche Sendung nach Asien; sonntags 16.30-16.45 Uhr auf 15205 kHz).

2013 gab Pan American Broadcasting die Sendungen aus Bata auf. Ersetzt wurden sie durch eine Ausstrahlung des Afrika-Programms über Radio Miami International in Florida (hier die damalige Werbekarte). Sie läuft zwischen 16.00 und 23.00 Uhr MESZ (im Winterhalbjahr dann 15.00-22.00 Uhr MEZ) auf 21525 kHz.
 

Schon von der spanischen Kolonialverwaltung aufgebaut wurde eine Kurzwellenanlage im damaligen Santa Isabel, dem heutigen Malabo auf der Insel Bioko. Sie war 1988 vom ursprünglichen Lieferanten in den USA und erneut 2007, diesmal auch hier aus China, mit neuen Geräten ausgestattet worden.

Seit 2011 gibt es jedoch keinen regelmäßigen Betrieb mehr. Ein nochmaliger, auch im Sendeprogramm angesagter Test der Frequenz 6250 kHz wurde im Juli 2017 nach vier Tagen umstandslos wieder abgebrochen.

Auch die Internetpräsenz des Staatsfunks von Äquatorial-Guinea ist seit Jahren „suspendiert“. Meist ist der Server erst garnicht zu erreichen. Greifbar sind somit nur die Übertragungen auf Kapazitäten der Société Européenne des Satellites.

Hier gibt es auf 5/4,8° Ost ein schmalbandiges, direkt aus Bata gesendetes Einzelsignal im C-Band (3,714 GHz lz) sowie eine Umsetzung auf 12,380 GHz h, wo unter anderem auch das deutschsprachige Programm der Deutschen Welle sowie das heute als „Euroradio“ präsentierte Belarus-Programm der EU laufen.
 

Äquatorial-Guinea ist der Schauplatz des aktuell zumindest in Afrika langjährigsten Durchmarsches im Präsidentenamt: Der autoritär herrschende Teodoro Obiang Nguema hatte 1979 seinen Onkel aus dem Amt geputscht.

Selbst das beendete seinerzeit ein Terrorregime, in das Spanisch-Guinea 1969, wenige Wochen nach der Entlassung in die Unabhängigkeit, abgestürzt war. Der dafür verantwortliche, noch demokratisch gewählte Francisco Macías Nguema war in den Worten von Wikipedia zuvor „ein unauffälliger, kleiner Angestellter der Kolonialverwaltung“.

Unter der Herrschaft von Francisco Macías Nguema floh schätzungsweise ein Drittel der Bevölkerung aus dem Land. Einer der wenigen Staaten, die in den Jahren bis 1979 diplomatische Beziehungen mit Äquatorial-Guinea unterhielten, war die DDR.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 26.07.2019