Auch 2021

Jährliche Sendung von „Radio Öömrang“

In der aktuellen Lage könnte die Frage aufkommen, ob es die seit 2006 jeweils am 21. Februar auf Kurzwelle nach Nordamerika ausgestrahlte Sendung von der nordfriesischen Insel Amrum auch 2021 geben wird: Das ist so geplant.

Biikebrennen
Biikebrennen in Risum-Lindholm | © JelleS, CC

Erneut vorgesehen ist der seit 2014 genutzte Sendeplatz auf den Kurzwellenanlagen von TDF in Frankreich: Von 17.00 bis 18.00 Uhr MEZ auf 15215 kHz.

Diese Sendung wendet sich sich an Auswanderer bzw. deren Nachkommen. Seit Jahrhunderten gab es hier, begünstigt durch die enge Verwandschaft der nordfriesischen Sprache mit dem Englischen, eine starke Emigration nach Nordamerika.

Diese erreichte im 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt. In den Worten des Nordfriisk Instituut hat als Resultat „heute beinahe jede einheimische Familie in Nordfriesland ausgewanderte Familienmitglieder in Übersee“.

Die jährliche Sendung wird als private Initiative mit einfachsten Mitteln produziert. Kontaktaufnahmen sind nur aus der Zielgruppe und der Region erwünscht.

Einer weiteren Öffentlichkeit wurden die Sendungen daher nur zufällig durch ein temporäres UKW-Programm bekannt, das 2010 auf Amrum sendete. Es begleitete wie die Kurzwellensendung das jeweils am 21. Februar gefeierte Biikebrennen, das als „Verbrennung des Winters“ den Osterfeuern ähnelt.

Viele Außenstehende empfinden die Sendungen als reines Kuriosum. So gab es zur Ausgabe 2016 diesen auf das Thema einer Gesprächsrunde anspielenden Kommentar:

„Bauerntheater-Aufführung in fünf Meter Entfernung vom Mikrofon. Einige Schnäpse scheinen auch eine Rolle zu spielen.“

„Radio Öömrang“ ist ein typisches Beispiel dafür, wie sich die heutige Media Broadcast ab 1996 neue Kundenkreise für Hörfunksendungen auf Kurzwelle erschließen konnte, indem sie die Abwicklung aller Formalitäten übernimmt. Dies ermöglicht solche Sendungen auch Veranstaltern, die keinen Zugang zu den betreffenden Verwaltungsvorgängen haben.

Ausgestrahlt wird „Radio Öömrang“ seit 2006. Bis 2013 geschah dies über die inzwischen abgerissene Sendeanlage Wertachtal bei Buchloe. Sowohl dort als auch jetzt in Frankreich wird stets mit der hohen Sendeleistung von 500 kW gearbeitet.

 

Autor: Kai Ludwig; Stand vom 18.02.2021