Rückblick: September 1999

Regie 1 der früheren Hörfunkbaracke Potsdam-Babelsberg mit MOD-Aufzeichnungsgeräten (Foto: Kai Ludwig; 2002)

Seinerzeit im Videotext des ORB-Fernsehens veröffentlichte Meldungen:


05.09.2014

Deutschlandfunk auf Kurzwelle

Seit dem 1.9. wird der Kölner Deutschlandfunk auch auf der Kurzwelle 6190 kHz ausgestrahlt.

Eingesetzt wird hierfür ein im Jahre 1950 installierter Sender in Berlin-Britz. Die Sendeleistung liegt bei 18 kW, als Antenne dient ein Faltdipol. Es dürfte sich hierbei um den ältesten Rundfunksender Deutschlands handeln, der – nach einer Unterbrechung von 16 Jahren – im Regelbetrieb steht. In Brandenburg liefert dieser Oldtimer ein stärkeres Signal als der 100-kW-Sender, der von ihn im Jahre 1983 den Betrieb der RIAS-Kurzwelle 6005 kHz übernahm.
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Klage gegen Sender Holzkirchen

Die Gemeinde Valley im bayerischen Oberland will mit einer Klage vor dem Bundesgericht Washington eine Stillegung der Sendestation Holzkirchen des International Broadcasting Bureau (IBB) erreichen. An den Prozeßkosten von 12.500 US-Dollar beteiligen sich auch die Nachbargemeinden.

Aus Holzkirchen überträgt ein 150 kW starker MW-Sender auf 1593 kHz Programme von Radio Free Europe und Voice of America nach Jugoslawien. Vier Kurzwellensender zu je 250 kW werden für Sendungen von Radio Liberty in die GUS und das Tibet-Programm von Radio Free Asia eingesetzt.
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Mittelwellen-Meldungen

Am moldawischen Standort Grigoriopol wurde für die Stimme Rußlands die Frequenz 621 kHz neu in Betrieb genommen, da der bisherige Kanal 1548 kHz jetzt in größerem Umfang für religiöse Programme von Trans World Radio genutzt wird.

Seit 1.9. sendet das holländische Q-Radio wieder auf 1224 kHz, jetzt mit auf 50 kW erhöhter Leistung. Zu hören ist aber nicht das bisherige Programm mit Weltmusik, sondern mit starker Kompression ausgestrahlte Chartsmusik unter dem neuen Sendetitel „Hitradio Q – The Beat“.
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Geplanter MW-Privatfunk

Nach anderen Bundesländern werden auch Nordrhein-Westfalen und Bayern Mittelwellen für private Veranstalter bereitstellen.

In Nordrhein-Westfalen sind je 5 kW starke Sender in Jülich auf 702 kHz und in Nordkirchen auf 855 kHz vorgesehen.

Für Bayern wurden die Frequenzen 648, 945 und 981 kHz zur Nutzung von verschiedenen Standorten mit Leistungen zwischen 1 und 5 kW koordiniert. Eine Ausschreibung soll im Herbst erfolgen.
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12.09.99

„Talk-Radio“ auf 999 kHz

Am 9.9. wurde in Wöbbelin bei Ludwigslust auf 999 kHz ein neuer, 40 kW starker Mittelwellensender mit einer Testschleife von „Talk-Radio“ eingeschaltet. Ursprünglich war dieses Projekt als „Power-Radio Mecklenburg-Vorpommern“ bekannt. Da aber das Kieler Power-Radio auf 612 kHz in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns bereits gut zu empfangen ist, entschloß man sich zu einem Wechsel des Formates.

Bis Ende März 1995 lief über diesen Sendeplatz Deutschlandradio Berlin. Der Sender Hoyerswerda war dann auf der Frequenz 999 kHz noch bis zum 2.1.1996 in Betrieb.
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Magic Star auf Kurzwelle

In letzter Zeit war auf der Kurzwelle 5935 kHz gelegentlich das ansonsten ausschließlich im DVB-Verfahren ausgestrahlte Programm Magic Star aus Isen zu hören.

Hierbei handelte es sich um Tests des Senders Riga-Ulbroka, dessen Nutzung durch den Lettischen Rundfunk Ende Juli eingestellt wurde. Künftig soll er für ein Sammelprogramm verschiedener Anbieter (ähnlich Merlin Network One) eingesetzt werden, wobei beabsichtigt ist, Magic Star als „Füller“ in nicht vermieteten Sendezeiten aufzuschalten.
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Frequenzverwirrung bei Stimme Rußlands

Rußland setzt üblicherweise ab dem ersten Septembersonntag bis zum Ende der Sommerzeit abends z.T. geänderte Frequenzen auf Kurzwelle ein. Einige Verwirrung stiften derzeit die Frequenzansagen für das deutsche Abendprogramm, deren Fehlerquote sowjetisches Niveau erreicht.

Richtig ist, daß von 17.00 bis 21.00 Uhr aus dem Gebiet Kaliningrad jetzt die sehr guten Empfang bietende Frequenz 7320 kHz mit 240 kW eingesetzt wird. Weitere, z.T. nicht durchgängig genutzte Frequenzen sind 7330, 7440, 9480, 11980 und 12030 kHz.
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23.09.99

Sondersendungen für Osttimor

Die Situation in Osttimor veranlaßte den portugiesischen Rundfunk RDP und Radio Australia zu erweiterten Sendeaktivitäten.

RDP setzt seinen stärksten Kurzwellensender (300 kW) jetzt rund um die Uhr für Osttimor ein; 23.00-12.00 Uhr auf 17600 kHz und 12.00-23.00 Uhr auf 17740 kHz. Schon seit einigen Wochen wird jeweils von 0.00 bis 1.00 und von 12.00 bis 13.00 Uhr ein Sender in Taiwan auf 11550 kHz genutzt, über den jetzt von 1.00 bis 2.00 und von 11.00 bis 12.00 Uhr auch Programme von Radio Australia ausgestrahlt werden.
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Weitere Abschaltung in der Ukraine

Am 2.9. wurde der letzte Kurzwellen-Großsender der Ukraine in der Nähe von Lwow abgeschaltet, da sein Betrieb (eingeschlossen der Import von Ersatzteilen aus Rußland) nicht mehr finanziert werden kann. Aus diesem Grund schweigen die Sendeanlagen in Charkow, Kiew und Nikolajew bereits seit einigen Monaten. In Betrieb ist damit nur noch die Station Browary, deren vier Sender (100 kW) wie folgt eingesetzt werden:

04.00-18.00 9620    06.00-19.00 11840
08.00-18.00 6130    08.00-22.00  6020
19.00-03.00 9560    19.00-04.00  5905
23.00-07.00 6020 kHz
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Radio Nederland via England

Wegen Wartungsarbeiten an der Antennenanlage der holländischen Kurzwellenstation Flevo nutzt Radio Nederland Wereldomroep für einige Frequenzen noch bis zum 2.10. neben den Anlagen der Deutschen Telekom in Jülich auch je einen Sender von Merlin Communications in Skelton und Woofferton im Gleichwellenbetrieb:

06.57-09.59   9895 kHz England
07.57-10.00  11935 kHz Jülich
09.59-19.00   9895 kHz Jülich
10.00-19.00  13700 kHz England

Zeiten in Mitteleuropäischer Sommerzeit
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Senderstörung in Neuseeland

Durch einen Defekt kann der Sender von Radio New Zealand International derzeit seine Frequenz nicht wechseln. Bis zur Behebung des Schadens wird durchweg von 18.50 bis 13.05 Uhr auf 17675 kHz gesendet.
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26.09.99

Wöbbelin 576 kHz auf Sendung

Seit einigen Tagen werden aus Wöbbelin bei Ludwigslust auf 576 kHz Musiktests ausgestrahlt. Auf dieser Frequenz will Mega-Radio den Sendebetrieb nunmehr Anfang 2000 aufnehmen.

Inzwischen nimmt dieses Projekt, dem in zahlreichen Bundesländern bereits MW-Frequenzen zugewiesen wurden (in Berlin/Brandenburg 603 kHz), erste personelle Konturen an: Als „Koordinator“ wurde Peter Amend, früher Programmchef von Energy München, verpflichtet. Verhandungen mit weiteren Moderatoren von Energy München und Berlin sollen derzeit im Gange sein.
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„Imagination“ auf 6010 kHz

Ab dem 1.10. wird zunächst für sechs Monate jeden Freitag von 21.00 bis 22.00 Uhr auf Kurzwelle 6010 kHz ein Softrock-Programm unter dem Titel „Imagination“ ausgestrahlt, allerdings nicht von einem europäischen Standort, sondern über die Sendeanlagen von Merlin auf der Atlantikinsel Ascension. Zusätzlich wird über Astra-Transponder 58 (10,847 GHz v) auf 7,38 und 7,56 MHz gesendet.

„Imagination“ ist ein Projekt der Stafford Broadcasting Society, die 1993 zur Veranstaltung von Lokalprogrammen für Staffordshire gegründet wurde.
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Umstrukturierung bei Radio HCJB

Der Missionssender Radio HCJB „Stimme der Anden“ aus Ekuador wird bei der Ausstrahlung seiner deutschen Programme künftig die europäische Sommerzeit berücksichtigen. Erkauft wird dies allerdings mit der Streichung von zwei Ausstrahlungen, darunter auch die besonders guten Empfang bietende erste Sendung am Morgen.

Ab 31.10. gelten somit folgende Angaben; Sendeleistung auf 15550 kHz 350 kW, sonst 100 kW.

07.00-07.30  9765 kHz
22.00-22.30  11720, 15550 kHz
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