Die Sonntagsfahrer

"Sicherheit als Versprechen" von Franziska Kuschel

Verkehrsregulierung und Unfallprävention in der DDR

Die SED versuchte umfassend Sicherheit in der DDR herzustellen. Wie Franziska Kuschel zeigt, bezog sich dieser Anspruch über die politische Überwachung hinaus auch auf alltägliche scheinbar unpolitische Bereiche wie die Verkehrssicherheit. Auch hierfür erhielt das Innenministerium der DDR die Zuständigkeit.

Sicherheit als Versprechen von Franziska Kuschel © Wallstein
Sicherheit als Versprechen von Franziska Kuschel | © Wallstein

Kaum ist die Mauer 1989 gefallen, schon stieg die Zahl der Verkehrstoten in Ostdeutschland an. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl mit über 3700 Unfallopfern verdoppelt. Verantwortlich dafür sind aber nicht nur die schnellen Autos aus dem Westen, sondern auch das Wegfallen von strengen Verkehrsmaßnahmen. Die wurden in der DDR nämlich auch beim Verkehr großgeschrieben, zeigt die aktuelle Studie „Sicherheit als Versprechen. Verkehrsregulierung und Unfallprävention in der DDR“. Diese ist gerade als Buch erschienen. Verfasst hat das Werk die Historikerin Dr. Franziska Kuschel am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin.

Im Interview mit Patricia Pantel und Andreas Keßler spricht sie unter anderem darüber, welche Debatten aus der DDR sogar heute noch geführt werden und wie politisch Verkehrspolitik damals schon war.