Coronatests für Reiserückkehrer

Virologe Schmidt-Chanasit: Je mehr wir testen, umso besser - absolute Sicherheit gibt es nicht

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg sprach im radioeins-Interview mit Volker Wieprecht darüber, ob Coronatests für Reiserückkehrer sinnvoll sind. Er sagt Ja, aber sie gehören in ein Gesamtkonzept.

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, der Leiter der Virus-Diagnostik am Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin Hamburg © picture alliance/dpa
Virologe Jonas Schmidt-Chanasit, der Leiter der Virus-Diagnostik am Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin Hamburg | © picture alliance/dpa

Die Gesundheitsminister tun sich schwer mit einem Beschluss. Zwar haben sie ein gemeinsames Ziel mit Blick auf die Reiserückkehrer und haben sich am Mittwoch bei einer Videokonferenz auch schon besprochen, wollen aber trotzdem heute Mittag noch einmal konferieren, um einen Beschluss zu fassen. Es deutet einiges darauf hin, dass Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten in Zukunft an deutschen Flughäfen getestet werden könnten.

Diese geplanten Corona-Tests sorgen allerdings für Diskussionen. Der Berliner Amtsarzt Patrick Larscheid hält daran fest, Rückkehrer für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu schicken sei besser, als eine Momentaufnahme mit einem Coronatest zu machen. Lob kommt dagegen von dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Volker Wieprecht sprach mit Jonas Schmidt-Chanasit darüber, wie zuverlässig diese Tests sein können. Er hat sich klar für mehr Tests ausgesprochen, die allerdings in ein Gesamtkonzept mit u.a. Beratungen gehören. Er stellte aber auch klar, das es keine absolute Sicherheit geben wird.

"Vollkommene Sicherheit gibt es nie, das muss allen Beteiligten klar sein – so ist das Leben. Wir reduzieren Wahrscheinlichkeiten, das ist, was wir machen können, das muss realistisch sein, das muss finanzierbar sein. Und genau vor diesem Hintergrund werden jetzt die Maßnahmen diskutiert. Ein zweiter Test ist realistisch und für die Reiserückkehrer indiziert, die wirklich ein großes Risiko hatten, das müssen wir deutlich unterscheiden von denen, die sich zum Beispiel wirklich nur im Familienverband aufgehalten haben, keine Fremden getroffen haben und vielleicht allein im Haus gewohnt haben. Das ist ganz wichtig, das zu unterscheiden", sagte Schmidt-Chanasit auf radioeins.

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