Medizinethik

Dürfen Medikamente verlost werden?

Eines von 10.000 Neugeborenen leider unter der spinalen Muskelatrophie, kurz SMA. Die Erbkrankheit löst Muskelschwund aus und führt letztlich zum Tod von Säuglingen und Kleinkindern. Um das zu verhindern hat eine Novartis-Tochterfirma eine neue medikamentöse Gentherapie entwickelt. Eine Dosis vom Medikament Zolgensma soll ausreichen, um den Kindern zu helfen. Diese Spritze kostet allerdings mehr als zwei Millionen Euro und ist damit das teuerste Medikament der Welt.

Das Schweizer Unternehmen Novartis will 100 Dosen des Medikaments Zolgensma verlosen - jede von ihnen kostet rund 2 Millionen Euro © dpa/Patrick Seeger
Das Schweizer Unternehmen Novartis will 100 Dosen des Medikaments Zolgensma verlosen - jede von ihnen kostet rund 2 Millionen Euro | © dpa/Patrick Seeger

Seit Montag verlost der Hersteller deshalb 100 kostenlose Behandlungen für Kinder auf der ganzen Welt. Das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel hat auch in Deutschland grünes Licht gegeben, obwohl das Medikament hier noch gar nicht zugelassen ist. Wer das Medikament bekommt, hängt allerdings nicht nur von medizinischen Kriterien ab, sondern auch vom reinen Zufall.

Kann das jemals fair sein? Diese Frage stellt Stephan Karkowsky dem Medizinethiker Prof. Dr. Dr. Dieter Birnbacher.

Das Schweizer Unternehmen Novartis will 100 Dosen des Medikaments Zolgensma verlosen - jede von ihnen kostet rund 2 Millionen Euro © dpa/Patrick Seeger
dpa/Patrick Seeger
Download (mp3, 7 MB)