Rad'n'Roll

Fahrradhelm-Test

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Das Wichtigste beim Helmkauf ist die Passform, deshalb heißt die Devise anprobieren und nochmal anprobieren. Geschützt haben alle getesteten Helme zuverlässig. Den ausführlichen Test finden sie bei Stiftung Warentest. Kostenpunkt 3 Euro.

Ein Fahrradhelm liegt vor einem umgefallenen Fahrrad © imago images/Fotostand
Ein Fahrradhelm liegt vor einem umgefallenen Fahrrad | © imago images/Fotostand

Einen passenden Helm zu finden, der richtig auf dem Kopf sitzt, ist gar nicht so einfach. Doch wie gut diese Zeit investiert ist, zeigen Studien zu Unfallopfern: Fahrradhelme verringern das Risiko schwerer Kopfverletzungen deutlich.

Grund genug für uns über den aktuellen Fahrradhelm-Test von Stiftung-Warentest zu reden.

Mehr dazu von radioeins-Fahrradexperte Henrik Barth.

Ein Fahrradhelm liegt vor einem umgefallenen Fahrrad © imago images/Fotostand
imago images/Fotostand
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Zum Einstieg nochmal ein Update für alle Helmmuffel: Forscher der Uni München haben Stiftung Warentest bei den Tests beraten - wie wichtig ist es, einen Helm zu tragen?


Das wird sehr deutlich, wenn man sich klar macht, dass es ab einer Geschwindigkeit von 16 km/h sehr unwahrscheinlich ist, dass ich einen Unfall unbeschadet überstehe bzw. damit rechnen muss, mir beim Aufprall schwere Kopfverletzungen zuziehen.

Wie werden Helme getestet? Die Stiftung Warentest sagt, es wird mehr abverlangt als in herkömmlichen Tests?


Wie gut die Helme vor Kopfverletzungen schützen, wird grundsätzlich daraus abgeleitet, wie die Helme die Wucht abfangen, wenn sie mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf gerade oder schräge Flächen aufprallen.

Wie haben denn insgesamt die Helme abgeschnitten?


Die gute Nachricht ist, im Grunde schützen alle getesteten Helme zuverlässig vor Kopfverletzungen und liegen bei den Qualitätsurteilen nahe beieinander. Bei der Handhabung gibt es allerdings große Unterschiede.

Ist gut gleich teuer? Was zeigt der Test?


Getestet wurden 14 Helme zwischen 35 und 160 Euro. Am Anfang der Rangliste stehen zwei teure Modelle von Uvex und Alpina, aber: Die Passform ist entscheidend - nicht der Preis.

Wie wichtig ist es, dass Helme mit MIPS (Multi Directional Impact Protection System - zu Deutsch: Schutzsystem für Zusammenstöße aus verschiedenen Richtungen) ausgestattet sind?


Kann man getrost abhaken. Laut Stiftung-Warentest konnten keine Vorteile festgestellt werden.

Der Airbag-Helm, der Hövding, der im aufgeblasenen Zustand wie eine Frisierhaube um den Kopf herum liegt, hat bei den Labortests besser als alle anderen Helme abgeschnitten. Gibt auch eine Schwachstelle?


Ja, außer der Reihe wurde der Hövding extra von einem Stuntman getestet, der über den Lenker gesprungen ist. Die abrupte Beschleunigung löste, wie vorgesehen, den Airbag aus, aber, diese Beschleunigung kann er zum Beispiel nicht registrieren, wenn sie einen Ast an den Kopf geknallt bekommen oder, wenn sie während der Fahrt mit einer sich öffnenden Lkw-Tür zusammenstoßen. In diesen Situationen sind die traditionellen Helme im Vorteil.

Aber wer partout keinen herkömmlichen Helm an seine Frisur lassen will, ist natürlich mit dem Hövding, wenn der Preis keine Rolle spielt, definitiv gut unterwegs.

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