Rad 'n' Roll

Auf zwei Rädern ins Glück: Fehler vermeiden bei einer Radtour

die Fahrradexperten auf radioeins

Man kann viel falsch machen bei einer Radtour. Simon Brauer hat die Tipps und Tricks zum Thema.

Die Schatten von zwei Radfahrer*innen während einer Pause
Die Schatten von zwei Radfahrer*innen während einer Pause | © IMAGO / Panthermedia

Eigentlich eine schöne Idee: An Christi Himmelfahrt, also am Feiertag übermorgen, mal nicht mit Bier und Bollerwagen loszuziehen, sondern eine Radtour zu machen. Einfach ab auf das Rad und los gehts!

Aber da kann ja so viel schief gehen bei einer Radtour, sagt unser Fahrradexperte Simon Brauer und berichtet darüber.

Die Schatten von zwei Radfahrer*innen während einer Pause
IMAGO / Panthermedia
Download (mp3, 5 MB)

Dein Tipp für die nächste Radtour: Zuhause bleiben?


Nein, nur Marco soll zuhause bleiben. Oder woanders hinfahren. Das ist schon eine erste Fehlerquelle: die Wahl der richtigen Begleitung.

Jetzt können wir uns unsere Mitfahrenden nicht immer neu aussuchen, sondern wollen schon am liebsten mit Partnerin oder Partner, mit Freundeskreis oder Familie diese Radtour oder sogar mehrtägige Radreise antreten. Aber: Man verbringt eben viele Stunden gemeinsam in Sattel. Und damit es unterwegs keinen Ärger gibt, sollte vorher die Grundausrichtung der Tour besprochen werden: Wer hat welche Erwartungen? Wollen wir zügig und ohne Umwege ans Ziel oder ist der Weg das Ziel, können wir unterwegs die Route verlassen und spontan Zwischenstopps einlegen? Da habe ich schon Ehekrisen beobachtet. Er will fahren, fahren, fahren ans Ziel, sie will noch kurz die Dorfkirche anschauen.

Also: Vorher besprechen und sich richtig einschätzen. Wie weit kann ich, wie weit will ich fahren? Lieber zehn Kilometer zu wenig vornehmen als zu viel. Grade, wenn man untrainiert ist, also nur 3 bis 4 Kilometer durch die Stadt gurkt und dann auf einmal 50, 60 Kilometer fahren will. Mit Gepäck auch noch!

Was kann ich denn beim Gepäck falsch machen?


Zu viel mitnehmen. Zu viele Klamotten. Bei einer mehrtägigen Tour für jeden Tag ein frisches T-Shirt? Da sind selbst die größten Fahrradtaschen schnell voll. Lieber gleich - ich sage das schöne Wort - "Funktionskleidung" tragen, also zum Beispiel ein Merinoshirt, das schnell trocknet und nicht stinkt, eine dünne, winddichte Jacke einpacken, damit man sich im beliebten Zwiebelprinzip aus- und wieder anziehen kann.

Zu viel Proviant einpacken: auf jeden Fall genug zu trinken, ein paar Kleinigkeiten zu essen, dann aber lieber die Tour so planen, dass man unterwegs bei einem Bäcker vorbei kommt, bei einem Café...

Weniger Gewicht, das ich transportieren muss und größere Belohnung, wenn ich mir ein oder zwei Stück Kuchen gönne als ein Käsebrot, das ich schon den halben Tag durch die Gegend fahre. Kalorien sollte ich ja auf dem Rad genug verbrannt haben.

Überhaupt die Streckenplanung: Vorher checken, wie nutzerfreundlich die App ist, die da navigieren soll. Habe ich eine Handyhalterung für den Lenker? Oder ein spezielles Fahrrad-Navi? Wie lange hält der Akku?

Eine Powerbank kann eventuell zu groß und zu schwer sein, es gibt auch mobile Ladegeräte, die ich an meinen Nabendynamo anschließen kann - dann lade ich mein Handy, während ich fahre.

Ich schreibe mir immer noch altmodisch die wichtigsten Streckenpunkte auf einen langen schmalen Zettel und klebe ihn ans Oberrohr, denn am liebsten will ich gar nicht aufs Handy starren. Mache ich so schon genug.

Was ist mit meinem Rad? Kann ich da auch etwas falsch machen, wenn ich zu meiner Radtour aufbreche?


Klar! Du musst einmal checken, ob die Reifen ok sind, Bremsen und Schaltung funktionieren - nichts nervt mehr als ein quietschendes und klapperndes Rad, wenn du damit mehrere Stunden unterwegs bist.

Das passende Flickzeug muss mit, kleine Pumpe, Erste-Hilfe-Set, Kabelbinder, weil die immer alles irgendwie retten können.

Eine Sache noch: Am kommenden Wochenende wird es noch gehen, aber ein Wochenende später, an Pfingsten, gilt das Neun-Euro-Ticket. Da werden die Bahnen voll sein. Also entweder viel Geduld mitbringen oder gleich eine Tour planen, bei der auch die Rückfahrt mit dem Rad eingeplant ist.

Fragen, Vorschläge, Radschläge bitte an rad@radioeins.de...