Kommentar von Ulrike Bieritz

Merkel dämpft Erwartungen an den Gipfel vor dem Gipfel

Vor dem kurzfristig anberaumten EU-Sondertreffen zur Flüchtlingspolitik am Sonntag hat Bundeskanzlerin Merkel vor zu hohen Erwartungen gewarnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel © dpa/Bernd von Jutrczenka
Bundeskanzlerin Angela Merkel | © dpa/Bernd von Jutrczenka

Selten gab es eine so chaotische Vorbereitung zu einem Spitzentreffen, wie die zu dem von Bundeskanzlerin Merkel anberaumten Mini-EU-Gipfel vor dem EU-Gipfel eine Woche später. Viele Parteien sind sauer aufeinander, die Visegrád-Gruppe - Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei - kommt erst gar nicht. Italien war mit dem Entwurf von Angela Merkel nicht zufrieden und musste erst beschwichtigt werden, um überhaupt zu erscheinen. Wieder andere sind sauer, weil zu wenig über Verteilung der Flüchtlinge und Grenzschutz geredet werden soll. Das alles in wenigen Stunden unter einen Hut zu bringen, ist unwahrscheinlich.

Es sei nur ein erster Austausch mit interessierten Mitgliedstaaten, betonte Merkel bei einer Pressekonferenz während ihres Besuchs im Libanon. Eine Abschlusserklärung sei nicht geplant. Auch sei klar, dass man bei dem formellen EU-Gipfel in einer Woche mit allen 28 EU-Mitgliedern nicht alle Fragen der Migrationspolitik beantworten könne. Deshalb gehe es darum, im Vorfeld Absprachen mit einzelnen oder mehreren Ländern zu treffen.  

Die EU-Kommission teilte mit, inzwischen wollten 18 Mitgliedstaaten an dem Vortreffen am Sonntag teilnehmen.

Wird der Gipfel vor dem Gipfel ein Schuss nach hinten für Bundeskanzlerin Angela Merkel? Ein Kommentar von Ulrike Bieritz...

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radioeins Kommentatorin

Ulrike Bieritz

Redakteurin bei Inforadio

Ulrike Bieritz

Ulrike Bieritz ist im hohen Norden geboren und in Sachsen ausgewachsen. Das Studium brachte sie letztendlich nach Thüringen, wo sie nach der Wende ihre ersten Schritte beim Radio machte. Bei ... [mehr]