Kommentar von Hajo Schumacher

Die AfD und der "Berghain"-Antrag

Mit diesem Antrag war maximale Aufmerksamkeit garantiert. Die Berliner AfD-Bezirksverordneten Sibylle Schmidt forderte am Mittwoch öffentlichkeitswirksam: im berühmtesten Technoclub der Welt, im Berliner Berghain, solle der Darkroom ausgeleuchtet, die Öffnungszeiten beschränkt und den Betreibern die Betriebserlaubnis entzogen werden. Einen Tag später zog sie ihren Antrag wieder zurück.

Warteschlange vor dem Berliner Berghain © imago/imagebroker
Warteschlange vor dem Berliner Berghain | © imago/imagebroker

"Der Antrag ist zurückgezogen", sagte der Sprecher des Berliner AfD-Landesverbands, Ronald Gläser, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. "Die AfD ist keine Verbotspartei."

Ist der Fall mit der Rücknahme des Antrags dann jetzt auch erledigt? Der Kommentar von Hajo Schumacher, Kolumnist der Berliner Morgenpost.

Warteschlange vor dem Berliner Berghain © imago/imagebroker
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In dem Antrag hieß es, ein neuer Betreiber müsse die Öffnungszeiten von 22.00 bis 06.00 Uhr morgens einhalten, "um einen drogenfreien Besuch unter Berücksichtigung eines natürlichen Biorhythmus" zu ermöglichen. Und: "Sexuelle Handlungen sind durch entsprechende Beleuchtung und Personal zu unterbinden." Antragsstellerin war Sibylle Schmidt (parteilos), die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bezirksparlament des Berliner Stadtteils Friedrichshain-Kreuzberg. Die AfD hat in dem Bezirk 3 der 55 Sitze.

radioeins Kommentator

Hajo Schumacher

Kolumnist der Berliner Morgenpost

Hajo Schumacher (Foto: Dirk Bleicker)

Hajo Schumacher wurde 1964 in Münster geboren. Er studierte Journalistik, Politikwissenschaften und Psychologie. Von 1990 bis 2000 arbeitete er beim Spiegel, zuletzt als Co-Leiter des Berliner ... [mehr]