Kommentar von Georg Ismar

Von der Leyen setzt alles auf eine Karte

Bundesverteidungsministerin Ursula von der Leyen gib ihr Ministeramt auf. Auf Twitter schrieb die CDU-Politikerin gestern, sie werde am Mittwoch zurücktreten, und zwar unabhängig vom Ausgang der heutigen Wahl, bei der es um die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Juncker geht.

Ursula von der Leyen (CDU) © dpa/Fabian Sommer
Wahlsieg im EU-Parlament oder Niederlage - Von der Leyen tritt als Verteidigungsministerin zurück | © dpa/Fabian Sommer

Ursula von der Leyen hat gestern, einen Tag vor der Abstimmung im EU-Parlament über die Frage, ob sie EU-Kommissionspräsidentin werden soll, ihren Verzicht auf das Amt als Bundesverteidigungsministerin angekündigt. Die CDU-Politikerin erklärte via Twitter, dass sie unabhängig vom Ausgang des Votums im Europaparlament am Mittwoch ihr Amt in Berlin aufgeben werde. Sie wolle ihre volle Kraft dem Dienst für Europa widmen.

Ursula von der Leyen geht All-in - ist das schlau? Ein Kommentar von Georg Ismar, dem Leiter des Tagesspiegel-Hauptstadtbüros.

Ursula von der Leyen (CDU) © dpa/Fabian Sommer
dpa/Fabian Sommer
Download (mp3, 4 MB)


In der vergangenen Woche hatte von der Leyen im EU-Parlament um Unterstützung geworben. Die Staats- und Regierungschefs hatten die CDU-Politikerin Anfang des Monats für den Spitzenposten als EU-Kommissionspräsidentin nominiert. 

Ob von der Leyen gewählt wird, ist ungewiss. Grüne und Linke wollen nicht für sie stimmen. Auch die SPD-Europaabgeordneten haben ein Nein angekündigt.

Heute Abend will das Europäische Parlament über von der Leyen abstimmen.