Kommentar von Bettina Gaus

Merkel zittert! Na und? Das ist Privatsache

Nach ihrem erneuten Zitteranfall am Mittwoch bei einem Politiker-Empfang mit militärischen Ehren hat Kanzlerin Merkel gesagt: Mir geht es gut. Sie sei fest davon überzeugt, dass sie gut leistungsfähig sei. Aber wie geht es Merkel wirklich? Sollte, müsste die Öffentlichkeit mehr wissen über den Gesundheitszustand von Bundeskanzlerin Merkel?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) © AP Photo/Markus Schreiber
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt: Mir geht es gut! | © AP Photo/Markus Schreiber

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auch gestern Spekulationen über ihren Gesundheitszustand zurückgewiesen. Nach einem Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin Frederiksen sagte Merkel, sie wisse um die Verantwortung ihres Amtes und werde dementsprechend handeln - auch was ihre Gesundheit anbelange. Außerdem habe sie auch ein großes persönliches Interesse daran, dass sie gesund sei. 

Merkel hatte in den letzten Wochen dreimal bei offiziellen Anlässen einen Zitteranfall erlitten. Beim Empfang der dänischen Regierungschefin hatte sie deshalb gestern die Nationalhymnen vor dem Kanzleramt im Sitzen angehört.

Ist Merkels Gesundheit ihre Privatsache? Ein Kommentar von Bettina Gaus, politische Korrespondentin der "taz".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) © AP Photo/Markus Schreiber
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Erstmals hatte die Kanzlerin Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Selenskyj deutlich gezittert. Die 64jährige erklärte anschließend, sie habe in der sommerlichen Hitze offenbar zu wenig getrunken. Wenig später, am 27. Juni, trat das Zittern erneut auf - bei einer Rede von Bundespräsident Steinmeier anlässlich der Übergabe der Ernennungsurkunde an die neue Justizministerin Lambrecht.