Kommentar von Ann-Kathrin Hipp

"Dass Kinder vor das Verwaltungsgericht ziehen mussten [...] ist relativ irre"

Berliner Schülerinnen und Schüler sollen nun doch noch vor den Ferien wieder im Präsenzbetrieb unterrichtet werden. Der Senat plant nach rbb-Informationen die vollständige Öffnung der Schulen zum 9. Juni und reagiert damit auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts.

Ann-Kathrin Hipp © Privat
Ann-Kathrin Hipp | © Privat

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte am gestern Abend angekündigt, dass die Schulen ab dem 9. Juni wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren. Sie folgt damit einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts. Dort hatten zwei Schüler gegen den Wechselunterricht geklagt.

Laut Bundesnotbremse sei ein Festhalten am Wechselunterricht nur dann angezeigt, wenn die Inzidenzwerte an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 100 Fällen überstiegen. Angesichts der seit längerem deutlich niedrigeren Werte überschreite die Senatorin ihren Ermessensspielraum, wenn sie weiter pauschal für alle Schulen am Wechselunterricht festhalte, so das Verwaltungsgericht. Deshalb hätten die beiden klagenden Schüler ein Recht auf Vollbeschulung.

Ist es sinnvoll, die Kinder so kurz vor den Sommerferien nochmal in die Schulen zu schicken? Ein Kommentar dazu von Ann-Kathrin Hipp vom Tagesspiegel.