Kommentar von Lorenz Maroldt

Autofreie Innenstadt? Nur mit einem "besseren Angebot"

Für ein weitgehendes Verbot von Autoverkehr in der Berliner Innenstadt sammelt die Initiative "Volksentscheid Berlin autofrei" seit Sonntag Unterschriften. Das Problem dabei: "Berlin ist 88 Quadratkilometer weit entfernt davon eine Infrastruktur anbieten zu können, die das alles auffängt", meint Lorenz Maroldt in seinem Kommentar.

Lorenz Maroldt © radioeins/Schuster
Lorenz Maroldt | © radioeins/Schuster

Die Initiative "Volksentscheid Berlin autofrei" sammelt seit Sonntag Unterschriften für ein weitgehendes Verbot von Autoverkehr in der Berliner Innenstadt. Sie will einen Gesetzentwurf durchsetzen, der nahezu alle Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings zu sogenannten autoreduzierten Bereichen erklärt.

Bürger*innen sollen demnach nur bis zu zwölf Mal im Jahr ein Kraftfahrzeug privat nutzen dürfen. Ausnahmen soll es u.a. für Busse und Taxen geben.

Die Initiative will bis September mindestens 20.000 Unterschriften sammeln, um ein Volksbegehren einzuleiten. Sollte sich das Abgeordnetenhaus das Anliegen nicht zu eigen machen, soll 2022 ein Volksbegehren folgen. Kommen dabei die erforderlichen gut 170.000 Unterschriften zusammen, wären in einem Volksentscheid alle Berliner*innen aufgerufen, über den Gesetzentwurf wie bei einer Wahl abzustimmen.

Ist das ein realistisches Anliegen? Ein Kommentar dazu von Lorenz Maroldt, dem "Tagesspiegel"-Chefredakteur. Als Vision findet Maroldt das alles in Ordnung. „Das wird so oder so ähnlich auf uns zukommen, aber das ist die falsche Reihenfolge. Berlin ist 88 Quadratkilometer weit entfernt davon eine Infrastruktur anbieten zu können, die das alles auffängt.“

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