Der Kommentar von Hajo Schumacher

AstraZeneca-Impfung: "Es ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung"

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hält am Corona-Impfstoff von AstraZeneca fest, weil der Nutzen der Impfung die gesundheitlichen Risiken übersteige. Das Vakzin sei sicher und wirksam, teilte die Behörde gestern nach einer Sondersitzung mit.

Hajo Schumacher © Annette Hauschild
Hajo Schumacher | © Annette Hauschild
Die EMA hat ihre Einschätzung zum AstraZeneca-Impfstoff abgegeben - nachdem viele europäische Länder die Impfungen damit abgebrochen hatten, weil Befürchtungen über möglicherweise lebensgefährliche Nebenwirkungen laut geworden waren. Es ging um Blutgerinnsel und Thrombosen. Aus Sicht der Europäischen Arzneimittelbehörde ist ein Zusammenhang aber nicht nachweisbar. Gestern Nachmittag hatte die EMA dann entschieden,
an ihrer Empfehlung für den Impfstoff von AstraZeneca festzuhalten. Künftig soll es aber auf dem Beipackzettel eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln geben. Die EMA erklärte, man werde die Entwicklung weiterverfolgen und mögliche weitere Zwischenfälle genau untersuchen.

Auch in Deutschland wird der Impfstoff von AstraZeneca ab heute wieder verimpft, das hat Bundesgesundheitsminister Spahn gestern Abend auf einer Pressekonferenz angekündigt. Spahn verteidigte die Entscheidung, die Anwendung wegen der bekannt gewordenen Fälle seltener Blutgerinnsel vorübergehend auszusetzen. Man habe eine besondere Sorgfaltspflicht, so der Minister.

Sind mit der Entscheidung der EMA jetzt die Prioritäten richtig gesetzt? Ein Kommentar dazu von Hajo Schumacher, Kolumnist der Berliner Morgenpost.
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