Kommentar von Hajo Schumacher

Die Causa Schröder und seine Nähe zum Kreml

Just an dem Tag, an dem Kanzler Scholz in dieser Woche medienwirksam jene in Kanada generalüberholte Turbine besichtigt und klargestellt hat, dass sie sofort nach Russland geliefert werden könnte, wenn Moskau die entsprechende Anforderung stelle, ist Alt-Kanzler Schröder dem Kreml beigesprungen und warb klar für die Inbetriebnahme der umstrittenen Gas-Pipeline Nord Stream 2.

Hajo Schumacher im studioeins von radioeins im Bikini Berlin
Hajo Schumacher im studioeins von radioeins im Bikini Berlin | © radioeins/Beate Kaminski

Russland will nach den Worten von Ex-Kanzler Schröder im Krieg gegen die Ukraine eine Verhandlungslösung. Vergangene Woche habe er in Moskau Präsident Putin getroffen, sagte Schröder dem "Stern". Ein erster Erfolg sei das Getreideabkommen, so der SPD-Politiker.

Den Krieg bezeichnete Schröder erneut als Fehler der russischen Regierung. Doch trotz anhaltender Kritik lehnt es Schröder weiterhin ab, sich von Putin zu distanzieren.

"Ich habe mehrfach den Krieg verurteilt, das wissen Sie. Aber würde eine persönliche Distanzierung von Wladimir Putin wirklich irgendjemandem etwas bringen?" - rechtfertigte sich der Altkanzler.

Muss Altkanzler Schröder jetzt selbst sanktioniert werden? Dazu ein Kommentar von Hajo Schumacher, Kolumnist der Berliner Morgenpost.

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