Kommentar von Franka Welz

Geschlechter-Vortrag: Wissenschaftlich verbrämte Menschenverachtung im Laborkittel

Gestern Abend war es so weit: Die Biologin Marie-Luise Vollbrecht hat ihren Vortrag über "Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt" an der Humboldt-Uni gehalten. Sie hatte diesen Vortrag ursprünglich in der "Langen Nacht der Wissenschaften" Anfang Juli halten wollen. Aber die Unileitung sagte ihn nach Protesten einer Gruppe Studierender, die sich "kritische Jurist*innen" nennt, ab.

Dr. Franka Welz
Dr. Franka Welz | © Privat

Mit einem Gastbeitrag in der Tageszeitung "Die Welt" wurde die Biologin Marie-Luise Vollbrecht Anfang Juni 2022 bekannt. Darin wirft die Doktorandin ARD und ZDF vor, die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ziele "darauf ab, den Forderungen von Trans-Lobbygruppen Gehör zu verschaffen, denen zufolge man das biologische Geschlecht wechseln könne". Das sei eine "bedrohliche Entwicklung". Ein - ebenfalls als transfeindlich kritisierter - Vortrag Vollbrechts bei der Langen Nacht der Wissenschaften Anfang des Monats wurde nach Protesten aus der Studierendenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin abgesagt. Gestern hat Marie-Luise Vollbrecht den Vortag mit dem Titel "Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt" an der HU nachgeholt. Er wurde zudem um eine Podiumsdiskussion ergänzt, an der Vollbrecht allerdings nicht teilnehmen wollte.

War es eine richtige Entscheidung der HU, den abgesagten Vortrag nachzuholen? Ein Kommentar von Franka Welz, ARD-Korrespondentin in Madrid.

Dr. Franka Welz
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