Kommentar von Christine Dankbar

Annalena Baerbock zu Besuch in Kyjiw - ein Konflikt weniger

Sind die diplomatischen Verwerfungen damit jetzt ausgeräumt?

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war schon vor über einem Monat in Kiew. Kurz danach besuchte der britische Premier Boris Johnson die ukrainische Hauptstadt. EU-Ratschef Charles Michel war dort. Genauso wie die Präsidenten der baltischen Staaten und Polens. Zuletzt war sogar CDU-Chef Friedrich Merz in Kiew und wurde von Präsident Volodymir Selenskyi empfangen.

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radioeins-Kommentatorin Christine Dankbar von der Berliner Zeitung im studioeins | © radioeins/Beate Kaminski
Mit Annalena Baerbock (Grüne) war jetzt, 75 Tage nach Kriegsbeginn, das erste Mitglied der Bundesregierung in Kiew – sie besuchte auch den Vorort Butscha, wo Gräueltaten an Zivilisten verübt worden waren. „Und diese Opfer, auch das spürt man hier so deutlich, könnten wir sein. Es ist wie Potsdam vor Berlin. Man sieht Spielplätze, man sieht Supermärkte, man sieht Leute, die zur Arbeit gehen. Und dann sieht man die schlimmsten Spuren von Verbrechen genau daneben“, sagte Baerbock.

Die deutsche Außenministerin traf ihren Amtskollegen Kuleba und eröffnete die deutsche Botschaft wieder. Vorausgegangen waren diplomatische Verwerfungen zwischen Deutschland und der Ukraine, nachdem Staatspräsident Steinmeier wegen seiner Russlandpolitik der letzten Jahre zunächst nicht in Kiew willkommen war. Bundeskanzler Olaf Scholz ist einer Einladung aus Kiew für den 9. Mai nicht gefolgt.

Sind die diplomatischen Verwerfungen mit dem Besuch von Baerbock jetzt ausgeräumt? Ein Kommentar von Christine Dankbar, Politikchefin bei der Berliner Zeitung.
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