Kommentar von Ann-Kathrin Hipp

Diskussion um Flaggenverbot zum Weltkriegsgedenken

Trotz Rangeleien und einiger Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden untereinander und auch der Polizei blieb das Weltkriegsgedenken in Berlin weitgehend friedlich. Vor allem um die "Allgemeinverfügung", an bestimmten Gedenkorten keinerlei russische und ukrainische Flaggen zeigen zu dürfen, hatte heftigen Streit gegeben.

Ann-Kathrin Hipp © Privat
Ann-Kathrin Hipp | © Privat

An verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg wurde am Sonntag und Montag an das Ende und den Opfern des Zweiten Weltkriegs gedacht. Heftig kritisiert wird inzwischen die Entscheidung der Berliner Innenverwaltung, an insgesamt 15 Orten in der Stadt nicht nur russische sondern auch ukrainische Flaggen zu verbieten. Der Generalsekretär der Berliner CDU, Stefan Evers, klagt dagegen. Er selbst wurde mit ukrainischer Flagge von der Polzei nicht zum Ehrenmal in Tiergarten durchgelassen:

"Ich finde diese Entscheidung ist eine Schande für Berlin. Die Bilder, die aus unserer Stadt in die Welt gegangen sind, finde ich absolut unwürdig. Es kann nicht sein, dass die Farben der Täter und der Opfer gleichgestellt werden. Die ukrainische Flagge ist die Flagge der Freiheit und sie muss hier in Berlin gezeigt werden können."

Inzwischen kommt auch Kritik aus der Ukraine. Berlin habe damit Zitat "einen Fehler gemacht", teilte der Außenminister Dmytro Kuleba mit. Es sei falsch, ukrainische Fahnen ebenso zu behandeln wie russische Symbole.

Haben die Kritiker*innen Recht, war das ein Fehler des Senats? Ein Kommentar dazu von Ann-Kathrin Hipp vom Tagesspiegel.