Kommentar von Hajo Schumacher

Ukraine: Selenskyj lädt Steinmeier und Scholz ein - Baerbock reist zuerst

Erst ausgeladen - jetzt wieder eingeladen. Nach einem Telefonat mit Steinmeier hat der ukrainische Präsident Selenskyj den Bundeskanzler und Bundespräsidenten nach Kyjiw eingeladen. Doch zuvor wird Bundesaußenministerin Baerbock als erstes Mitglied der Bundesregierung seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs zu einem Besuch nach Kyjiw reisen.

Hajo Schumacher © Annette Hauschild
Hajo Schumacher | © Annette Hauschild

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Die Grünen) wird als erstes Mitglied der Bundesregierung seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs zu einem Besuch nach Kyjiw reisen. Das kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz gestern Abend in Berlin an. Zuvor hatten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verstimmungen zwischen beiden Ländern bei einem Telefonat ausgeräumt.

Das Zerwürfnis zwischen Berlin und Kyjiw war entstanden, nachdem die ukrainische Regierung Mitte April einen geplanten Besuch des Bundespräsidenten abgesagt hatte. Kyjiw hatte diesen Schritt mit Steinmeiers, wie es hieß, russlandfreundlicher Politik in seiner Zeit als Bundesaußenminister begründet. Das Bundespräsidialamt wertete die Ausladung als Affront; auch Bundeskanzler Scholz legte seine eigenen Reisepläne auf Eis, solange Steinmeier in Kyjiw nicht erwünscht sei.

Bei dem Telefonat hatten die Präsidenten Steinmeier und Selenskyj fast eine Stunde lang miteinander telefoniert, dabei sicherte Steinmeier der Ukraine die Solidarität und die weitere militärische Unterstützung Deutschlands zu.

Wird jetzt doch noch alles gut im deutsch-ukrainischen Verhältnis? Ein Kommentar von Hajo Schumacher, Kolumnist der Berliner Morgenpost.

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