Kommentar von Lorenz Maroldt

Gerhard Schröders Parteiausschluss ist eine Ablenkungsdiskussion

Der Druck auf Alt-Bundeskanzler Schröder wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Putin wächst. Die SPD-Vorsitzende Esken forderte Schröder im Deutschlandfunk auf, aus der Partei auszutreten.

Lorenz Maroldt © radioeins/Beate Kaminski
Lorenz Maroldt | © radioeins/Beate Kaminski

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) steht massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten bei russischen Energieunternehmen trennt. Der Altkanzler hatte am Wochenende in einem Interview mit der "New York Times" gesagt, dass er seine Tätigkeit für russische Staatskonzerne zurzeit nicht aufgeben will. Der Bürgermeister von Kyjiw, Klitschko, verlangt Sanktionen gegen Schröder. Er sei Teil des Systems Putin und bekomme Millionen vom Kreml. Denkbar wäre, seine Konten einzufrieren, so Klitschko.

Auch den deutschen Steuerzahlenden kostet Schröder eine Menge Geld. Allein 407.000 Euro pro Jahr stehen Schröder für sein Personal und Ausstattung seines Büros zur Verfügung. Das geht aus einer Antwort des Kanzleramts auf eine Anfrage der Linken hervor

SPD-Chefin Saskia Esken hat den Ex-Kanzler mittlerweile aufgefordert, aus der Partei auszutreten. Er agiere seit vielen Jahren lediglich als Geschäftsmann, sagte Esken dem Deutschlandfunk. Man sollte damit aufhören, ihn als Altkanzler wahrzunehmen.

Muss die SPD jetzt handeln und Altkanzler Gerhard Schröder aus der Partei ausschließen? Ein Kommentar dazu von Lorenz Maroldt, dem "Tagesspiegel"-Chefredakteur.

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