Kommentar von Anke Myrrhe

Zum Rücktritt von Spiegel: "Eine überforderte Frau, die sich selbst im Amt untragbar gemacht hat"

Seit Wochen steht Bundesfamilienministerin Spiegel in der Kritik. Es geht um ihre Zeit als Umweltministerin in Rheinland-Pfalz und um ihr Verhalten nach der Flutkatastrophe im Juli. Am Sonntag wurde dann klar, dass Spiegel offenbar nur zehn Tage nach der Flut für vier Wochen in den Urlaub gefahren war. Vorgestern dann eine Entschuldigung dafür aber kein Rücktritt. Der folgte gestern, nach massiver Kritik.

Anke Myrrhe
Anke Myrrhe | © radioeins/Cora Knoblauch

"Ich habe mich [heute] aufgrund des politischen Drucks entschieden, das Amt der Bundesfamilienministerin zur Verfügung zu stellen. Ich tue dies, um Schaden vom Amt abzuwenden, das vor großen politischen Herausforderungen steht" - das sind die Worte, mit denen die Grünenpolitikerin Anne Spiegel gestern ihren Rücktritt als Bundesfamilienministerin erklärt hat.

Mehrere Oppositionspolitiker*innen hatten vorher genau das von ihr gefordert. Es geht um einen Frankreich-Urlaub zehn Tage nach der Flutkatastrophe im Juli 2021. Sie war damals rheinland-pfälzische Umweltministerin. Den Urlaub hatte sie mit einer dringend nötigen Auszeit für ihren erkrankten Mann und ihre vier Kinder erklärt. Bei der Erklärung räumte sie auch ein, dass sie sich – anders als ursprünglich mitgeteilt – nicht aus den Ferien zu den Kabinettssitzungen zugeschaltet hatte.

Ist Frau Spiegel zurecht zurückgetreten? Ein Kommentar dazu von Anke Myrrhe, stellvertretende Chefredakteurin des Tagesspiegels.

Anke Myrrhe
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