Kommentar von Friedrich Küppersbusch - Solidaritäts-Besuch: Forderungen nach Kyjiw-Reise von Bundeskanzler Scholz

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Der Druck auf Bundeskanzler Olaf Scholz wächst, mit einer Reise nach Kyjiw die Unterstützung für die Ukraine auszudrücken. Forderungen kommen unter anderem aus der Union.

Die Spitzen der Europäischen Union waren bereits vor Ort, auch der britische Premier Boris Johnson und Österreichs Kanzler Karl Nehammer hatten gestern die ukrainische Hauptstadt Kyjiw besucht. Nun werden in sozialen Medien und auch von Seiten der Opposition Fragen laut, wann Olaf Scholz zu einem Solidaritäts-Besuch aufbreche.

Bundeskanzler Scholz hatte am Freitag, nach einem möglichen Besuch in Kyjiw gefragt, ausweichend geantwortet: Über Reisepläne teile man immer dann etwas mit, wenn man losfahre. Gestern hat er die Kriegsverbrechen des russischen Militärs verurteilt und der Ukraine
volle Unterstützung zugesagt. Dies teilte die Bundesregierung nach einem Telefonat des Kanzlers mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj mit. Die Bundesregierung werde alles tun, um die Verbrechen aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen, sagte Scholz.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland Andrij Melnyk forderte die Bundesregierung erneut auf, seinem Land mit Panzern und anderem schweren Gerät zu helfen: Die Ukrainer würden sich wünschen, sagte Melnyk zu Bild, "dass Kanzler Olaf Scholz mit sich im Sonderzug auch Marder, Leoparde, Panzerhaubitze 2000 und anderes schweres Kriegsgerät mitbringt." Das wäre, so der Botschafter, eine echte Solidarität der Ampel.

Muss Scholz jetzt auch nach Kyjiw reisen? Ein Kommentar dazu von Friedrich Küppersbusch.