Klimaminute - Zugvögel ziehen nicht mehr

Fliegende Kraniche © imago/Meike Engels
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Normalerweise sammeln sich im Oktober Zehntausende Graukraniche in Brandenburg, um gemeinsam ihre alljährliche Reise in den Süden anzutreten. Ziel ihres Fluges ist Spanien, Südfrankreich oder Nordafrika. Dort überwintern die Vögel im mediterran warmen Klima. Doch inzwischen bleiben immer mehr Kraniche hier.

Diese Entwicklung hat Günter Nowald vom NABU-Kranichzentrum in Groß Mohrdorf in den letzten Jahren beobachtet. Durch den Klimawandel sind strenge Winter mit langen Minusgradperioden und geschlossener Schneefläche in Mitteleuropa selten geworden.

Kraniche reagieren darauf mit zunehmender Reiseunlust im Herbst. Der lange Flug in den Süden macht für sie keinen Sinn mehr. Ohne geschlossene Schneedecken und tief gefrorene Böden finden sie auch im Winter in Mitteleuropa genug zu futtern. Allerdings werden sie so zum Futterkonkurrenten jener Vögel, die nie in den warmen Mittelmeerwinter flohen. Deren Populationen sind nun durch das geringere Futterangebot bedroht.

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