Klimaminute

Klimawandel & Corona

Die Landschaft der südchinesischen Provinz Yunnan im Grenzgebiet zu Laos und Myanmar ist geprägt durch junge Laubwälder. Doch die Waldidylle ist eine trügerische Idylle. Das vermuten zumindest Wissenschaftler der Universität Cambridge und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung in einer gemeinsamen Studie aus dem Jahr 2021.

Vollmund und Fledermäuse
Vollmund und Fledermäuse | © IMAGO / blickwinkel

Die Forscher haben herausgefunden, dass sich die Landschaft in Yunnan durch den steten Klimwandel der letzten einhundert Jahre von einer Buschlandschaft zu einer Waldlandschaft verändert hat. In den neuen Wäldern finden vor allem Fledermausarten beste Lebensbedingungen vor.

Innerhalb eines Jahrhunderts haben sich in dem betreffenden Gebiet mehr als 40 neue Fledermausspezien angesiedelt, die rund 3000 unterschiedliche Coronaviren als Wirtstiere beherbergen. Die durch den Klimawandel entstandene Vielzahl an Wirtstieren beschleunigt die Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen erheblich. Ähnliche Hotspots für die klimabedingte Ausbreitung von neuen Fledermauspopulationen mit der Gefahr überspringender Corona-Viren haben die Forscher in Zentralafrika und Zentralamerika ausgemacht.

Vollmund und Fledermäuse
IMAGO / blickwinkel
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