Klimaminute - Farblose Blaumeisen

Blaumeise © imago/Ikon Images
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Über fünfzehn Jahre haben Forscher*innen vom französischem Zentrum für Evolutionsforschung brütende Blaumeisen bei Montpellier studiert. Während ihrer Langzeitstudie entnahmen sie den Vögeln rund 6000 Gefiederproben und unersuchten sie auf ihre Farbintensität. Dabei stellten sie etwas Alarmierendes fest.

Innerhalb der letzten fünfzehn Jahre wurden die blauen Kämme und gelben Brüste der Tiere immer matter. Insgesamt nahm die Leuchtkraft ihres Gefieders um rund fünzehn Prozent ab. Die Forscher*innen des Zentrums für Evolutionsforschung machen dafür den Klimawandel verantwortlich. Temperaturanstieg und Trockenheit führten in den letzten Jahren zu einem schlechteren Nahrungsangebot und damit zu einem matteren Gefieder.

Für die Population der Blaumeisen hat das weitreichende Folgen. Die Leuchtkraft des männlichen Gefieders signalisierte den Weibchen in der Vergangenheit Gesundheit und Stärke. Der blässliche Blauton verhindert inzwischen vermehrt den gemeinsamen Nestbau. Brutausfall und die Bedrohung ganzer Populationen sind zukünftig die Folgen.

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