Klimaminute

Der Ecoliner

Ende 2015 geht es in der Wolfsburger Konzernzentrale von VW hoch her. Der Abgasskandal um manipulierte Motoren wird öffentlich. Strafen in Milliardenhöhe drohen. Neben dem finanziellen Verlust ist der Imageschaden enorm. Den VW-Managern ist klar, dass dringend etwas unternommen werden muss, um das Unternehmen wieder in einem umweltfreundlicheren Licht zu präsentieren.

Containerschiff auf dem Meer
Containerschiff auf dem Meer | © IMAGO / Ikon Images

Dabei soll der 'Ecoliner' helfen, ein 200 Meter langes Autofrachtschiff mit vier 80 Meter hohen Segelmasten an denen 20 Segel mit einer Gesamtfläche von 6000 Quadratmeter hängen. VW schippert pro Jahr rund 25 Millionen Neuwagen über die Weltmeere. Die Handelsschifffahrt gehört zu den größten Co2-Produzenten und Umweltverschmutzern.

Der segelnde 'Ecoliner' mit seinen vier Elektromotoren wäre ein Schritt in die richtige Richtung. VW und die Hamburger Firma 'Sailing Cargo' setzen Millionen in die Entwicklung des umweltfreundlichen Ozean-Riesen. Doch im Jahr 2017 legt der Wolfsburger Konzern plötzlich den umweltpolitischen Rückwärtsgang ein. Der Preis pro befördertem Neuwagen mit dem 'Ecoliner' ist den Managern zu hoch. Stattdessen gibt man Autofrachtschiffe in Auftrag, die durch Flüssigerdgas betrieben werden, das durch Fracking gewonnen wird.