Klimaminute

Das Jahr ohne Sommer

Veränderungen des Klimas gibt es in der Geschichte immer wieder. Mit verheerenden Folgen für die Menschen. Wie im 19. Jahrhundert...

Schnee Schneelandschaft im Bayerischen Wald
Schnee Schneelandschaft im Bayerischen Wald | © imago images / Westend61

1816 verschlechtert sich das Wetter in Europa und Nordamerika dramatisch. Es ist kalt, das ganze Jahr über fällt immer wieder Schnee. Überall sorgt heftiger Regen für Überschwemmungen. Dann fällt die Ernte aus. Hungersnöte sind die Folge. Zehnausende Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verlassen ihre Heimat, ziehen nach Osteuropa oder Übersee.

Erst 100 Jahre später findet ein Klimaforscher die Erklärung: Im April 1815 brach der indonesische Vulkan Tambora aus - einer der stärksten Ausbrüche der Neuzeit. Die Aschewolke sorgte dafür, dass sich in Europa und Nordamerika der Himmel verdunkelte.

Einen positiven Nebeneffekt hatte diese Katastrophe, und zwar für die Kunst. Das Licht wurde durch die Schwebeteilchen in der Atmosphäre stärker gestreut, die Sonnenuntergänge verfärbten sich dadurch zu einem glühenden Spektakel. Das der Maler Caspar David Friedrich zum Beispiel in „Ansicht eines Hafens“ festhielt.

Schnee Schneelandschaft im Bayerischen Wald
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