Kino King Knut Elstermann

Filmtipps vom 26. März

Kino King Knut Elstermann
Kino King Knut Elstermann | © radioeins

Knut Elstermann sitzt seit Jahrzehnten in Kinosesseln und war quasi schon immer Filmjournalist. Für ihn ist kein Film zu klein, kein Kino zu stickig und kein Festivalteppich zu rot. Wenn Elstermann über Filme spricht, verzichtet der Filmvorführer auf Alkohol.

Und auch wenn Ins-Kino-gehen gerade nicht angesagt ist, Filme gibt es trotzdem. Hier die besten Filmtipps der Woche von Knut Elstermann:

rbb macht Kino

Unser rbb-Fernsehen hat das Programm umgestellt mit einigen sehr besonderen Angeboten, zum Beispiel Konzertübertragungen und nächtliche Museumsbesuche. Und der rbb macht Kino, große Filme jeden Donnerstag (außer Gründonnerstag) um 20.30 Uhr. Am 26.März läuft die romantische Komödie von 2014 „Professor Love“ mit Starbesetzung. Pierce Brosnan spielt einen sehr britischen Literaturwissenschaftler, der seiner schwangeren Geliebten in die USA folgt, wo er verlassen wird und sich neu verliebt und zwar in deren von Salma Hayek gespielte Schwester. Das mündet dann in einen lustvoll gespielten Kampf der Kulturen mit pointierten Dialogen

„Professor Love“, Donnerstag um 20.30 Uhr im rbb-Fernsehen.

Härte

Eine vielbeachtete rbb-Kinoproduktion läuft  Sonntagnacht im Ersten. „Härte“ ( 2015). Rosa von Praunheims halb-dokumentarischer Film erzählt die wahre Geschichte des Zuhälters Andreas Marquardt, eines gewalttätigen Frauenhassers, der im Gefängnis geläutert wurde und heute soziale Arbeit mit Kindern leistet.

Er selbst wurde als Kind von der eigenen Mutter jahrelang missbraucht. Zum ersten Mal arbeitete Praunheim mit professionellen Schauspielern. Neben Katy Karrenbauer und Luise Heyer überzeugt Hanno Koffler als Marquardt mit  erschreckendem, entfesseltem Hass, aber auch innerer Verletzlichkeit.

Der beeindruckende Film zeigt erschütternd die Ursache und Wirkung von Gewalt.

„Härte“ in der Nacht vom Sonntag zum Montag um 00.05 Uhr im Ersten. 

Das Mädchen Wadjda

Mit diesem Film schrieb die Regisseurin Haifaa Al Mansour 2012 Filmgeschichte. Es war der erste von einer Frau in Saudi-Arabien gedrehte Spielfilm und der erste Film im Lande überhaupt, inszeniert zum Teil per Handy heimlich aus einem Wohnwagen heraus. Wadjda ist  ein zehnjähriges Mädchen und will Fahrrad fahren, was damals schier unmöglich schien. Mit  Witz und  Erfindungsgeist , Der Film bietet eine Innenansicht der saudi-arabischen Familienstruktur, ist aber nie belehrend oder herablassend, sondern sehr ermutigend, das Fahrrad wird zum Symbol eines hoffnungsvollen Ausbruchs. Al Mansours neuer, unter schon sehr viel  leichteren Bedingungen gedrehter Film „Die perfekte Kandidatin“ lief wegen der Corona-Krise leider nur ein paar Tage im Kino.

„Das Mädchen Wadjda“ am Mittwoch um 20.15 Uhr auf ARTE.