Brandenburg

Ministerpräsident Woidke trifft US-Botschafter Grenell

Am 8. Mai dieses Jahres trat Richard Grenell sein Amt als Botschafter der USA in Deutschland an. Direkt an seinem ersten Arbeitstag fordert er - via Twitter - deutsche Unternehmen auf ihre Geschäfte mit dem Iran „sofort runterzufahren“. Politik und Wirtschaft sind empört, doch „er habe einen anderen Stil“ verteidigt sich Grenell.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) © imago/Martin Müller
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) | © imago/Martin Müller

Heute hat der US-Botschafter seinen Antrittsbesuch in Brandenburg, beim Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Woidke meint auf radioeins, eine Konfrontation mit dem Iran nicht zielführend:

„Ich persönlich halte das für einen Fehler. Ich glaube, dass auch die Gespräche mit dem Iran, so schwierig er als Partner auch sein mag, helfen, die Welt friedlicher zu machen. Die Kontakte auszubauen, und auf diese Art und Weise Prozesse zu beeinflussen, das muss ein Ziel sein. Konfrontation ist mit Sicherheit nicht zielführend und wird auf Dauer die Welt auch nicht besser machen.“

Woidke will Grenell auch auf dessen umstrittene Äußerungen ansprechen, in denen dieser angekündigt hatte, die konservativen Kräfte in Europa stärken zu wollen:

„… weil es, ich sage es vorsichtig, doch ungewöhnlich ist, dass ein Botschafter sagt, er will politische Prozesse in seinem Gastland mit beeinflussen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es sowas schon mal gegeben hat in Deutschland. [..] Ich denke, ein Botschafter hat klare Aufgaben, die Beeinflussung politischer Prozesse oder die Stärkung konservativer Kräfte in seinem Gastland gehören mit Sicherheit nicht dazu“

Das komplette Interview hören Sie hier:

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) © imago/Martin Müller
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