Weltklimakonferenz in Glasgow

Umweltministerin Schulze: "Wir reichen Länder, wir müssen mehr tun"

Der Präsident der Weltklimakonferenz, Sharma, sagte gestern: "Wir sind noch nicht am Ziel." Es gibt vor allem Streit ums Geld und die Frage, wie viel die Industrieländer künftig zahlen sollen für den Umbau der Wirtschaft in Entwicklungsländern und Anpassungsmaßnahmen. Auf radioeins räumte Umweltministerin Schulze ein, dass "wir reichen Länder" mehr tun müssen.

Svenja Schulze (SPD), geschäftsführende Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, bei der UN-Klimakonferenz COP26 © dpa/Christoph Soeder
Svenja Schulze (SPD), geschäftsführende Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, bei der UN-Klimakonferenz COP26 | © dpa/Christoph Soeder

Alok Sharma, der Präsident der UN-Klimakonferenz, hat einen neuen Entwurf des Abschlussdokuments angekündigt. Für positive Reaktionen hatte gesorgt, dass ausdrücklich das 1,5-Grad-Ziel genannt wurde und, dass für die Erreichung dieses Ziels die globalen CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 45 Prozent sinken müssten. Derzeit steuert die Welt - gemessen an den nationalen Selbstverpflichtungen – auf eine Erhöhung der Emissionen zu.

Entwicklungs- und Umweltschutzorganisationen fordern, im Abschlusstext vieles konkreter zu fassen und Instrumente, Zahlen und Sofortmaßnahmen zu benennen. Zudem dringen sie auf konkrete Zusagen bei der Klimafinanzierung. Die Organisationen hoffen, dass in den letzten Verhandlungstagen in Glasgow noch einmal eine neue Dynamik aufkommt.

Für den radioeins-Morgenpodcast "wach&wichtig" sprachen wir darüber mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die in Glasgow ihre Präsenz unter anderem nutzte, um sich gegen die Atomkraft zu positionieren.

Svenja Schulze (SPD), geschäftsführende Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, bei der UN-Klimakonferenz COP26 © dpa/Christoph Soeder
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Schulze erklärte für "wach&wichtig": "Für den Erfolg dieser Konferenz ist ganz wichtig, dass es auch ein Zeichen der Solidarität mit den Entwicklungsländern gibt, die ja ganz besonders stark von dem Klimawandel betroffen sind, ganz besonders darunter leiden. [...] Wir reichen Länder, wir müssen mehr tun bei der Hilfe für die Anpassung an den Klimawandel. Deutschland macht das schon. Wir haben unsere Zusagen da verdoppelt und nochmal weitere finanzielle zugesagt. Das müssen aber noch viel mehr Industriestaaten tun."