Streit über Aufnahme von Flüchtlingen

Seehofer stoppt Berliner Flüchtlingsprogramm

Berlins Regierender Bürgermeister Müller kritisiert Seehofers Blockade als "politischen Skandal"

Zwischen dem Bund und dem Land Berlin verschärft sich der Streit über die Aufnahme von Flüchtlingen. Bundesinnenminister Seehofer hat jetzt die Pläne des Senats offiziell gestoppt, der bis zu 300 Flüchtlinge aus überfüllten griechischen Lagern in die Stadt holen möchte. Berlins Regierender Bürgermeister Müller reagiert mit scharfer Kritik und spricht von einem "politischen Skandal".

Schatten von Passanten auf dem Gehweg © imago images/Kolvenbach
Ein Bundesprogramm sieht vor, bis Ende August mehr als 900, oft traumatisierte Flüchtlinge von Griechenland nach Deutschland zu holen. Berlin soll demnach 140 Menschen aufnehmen | © imago images/Kolvenbach

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat mit scharfer Kritik darauf reagiert, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dem Land verbietet, Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufzunehmen.

Im Inforadio vom rbb sprach Müller von einem "politischen Skandal". Seehofer verhindere, dass 300 besonders Schutzbedürftige nach Berlin kommen können, das sei für ihn nicht nachvollziehbar: "Das macht uns alle im Senat sehr wütend und ich habe dafür auch nicht das geringste Verständnis", so der SPD-Politiker.

Seehofer hatte gestern die Pläne des Senats offiziell gestoppt, bis zu 300 Füchtlinge aus überfüllten griechischen Lagern in die Stadt zu holen. Der CSU-Politiker begründete das mit dem Wunsch nach einem bundeseinheitlichen Vorgehen.

Berlin ist nicht das einzige Bundesland, dass mehr Flüchtlinge aufnehmen will, als der Bund bislang erlaubt. Auch Thüringen ist bereit dazu und bundesweit insgesamt 57 Städte und Gemeinden.

Julia Menger und Kerstin Hermes sprachen darüber mit Andrea Asch, Vorstand der Berliner Diakonie.

Schatten von Passanten auf dem Gehweg © imago images/Kolvenbach
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