Fridays for Future

Brandenburger Landesregierung gegen Klima-Demo während Schulzeit

Schüler und Studenten demonstrieren inzwischen weltweit jeden Freitag während der Unterrichtszeit unter dem Motto "Fridays for Future" für den Klimaschutz. Selbst Bundespräsident Steinmeier hat die Aktionen gelobt. Viele Erwachsene hätten noch nicht gemerkt, dass es fünf vor zwölf sei. Deshalb sei es wichtig, dass Schüler sich melden, so Steinmeier.

Schüler demonstrieren im Rahmen der Bewegung #Fridaysforfuture für eine andere Klimapolitik © dpa/Julian Stratenschulte
Schüler demonstrieren im Rahmen der Bewegung #Fridaysforfuture für eine andere Klimapolitik | © dpa/Julian Stratenschulte

Am kommenden Freitag ist es wieder soweit: Tausende Schüler werden statt in die Schule, auf die Straße gehen. Weltweit demonstrieren sie damit für eine bessere Klimapolitik. Und den Einwand mancher Politiker, dieses Anliegen doch lieber den Profis zu überlassen, finden sie falsch:

"[...] wenn wir den Klimawandel quasi den Profis überlassen würden, dann passiert doch gar nix, ziemlich lange saßen wir nur still da und haben zugeguckt, weil wir gehofft haben, dass etwas passiert, aber jetzt ist die Zeit einfach zu knapp [...]", sagte die 16jährige Franziska Wessel aus Berlin-Steglitz-Zehlendorf auf radioeins.

Fakt bleibt aber auch, dass die Schüler trotz des wichtigen Anliegens Unterricht verpassen. Wie man mit diesem Problem umgehen sollte, das besprechen Christoph Azone und Stefan Rupp mit dem Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg, Dr. Thomas Drescher.

Schüler demonstrieren im Rahmen der Bewegung #Fridaysforfuture für eine andere Klimapolitik © dpa/Julian Stratenschulte
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Das Brandenburger Bildungsministerium hat Schüler im Land aufgefordert, für die Klima-Demos der Bewegung "Fridays For Future" nicht die Schule zu schwänzen. Übermorgen sind im Rahmen der Klima-Bewegung Proteste in rund 1.200 Städten weltweit geplant, mehrere hundert davon in Deutschland. Der Staatssekretär im Potsdamer Bildungsministerium, Dr. Thomas Drescher, sagte im Interview, dass das Vorhaben per se zu begrüßen sei, aber Schulpflicht gelte:

"Wir denken einfach, Schulen, Schulleitungen, Schülerinnen und Schüler, Schülersprecher sind so verantwortlich, dass sie da miteinander etwas aushandeln können. Man kann ja zum Beispiel, einen solchen Demonstrationsbesuch auch als Unterricht am anderen Ort deklarieren, daraus Projekte entwickeln, aber einfach wegzubleiben, das können wir leider nicht dulden, da wird es entsprechende Sanktionen geben. Klimawandel ist an sich so eine komplexe Angelegenheit, die muss man auch erstmal verstehen und dafür haben wir Physikunterricht, Chemieunterricht, Geografieunterricht, Englischunterricht und insofern erwarte ich erstmal von unseren Schülern, dass sie die Zeit an der Schule nutzen, um sich mit diesen Dingen ganz intensiv nicht nur im Unterricht, sondern auch in Projekten so zu befassen, dass sie da dann absolut auch Faktenwissen haben und dann steht es ihnen selbstverständlich frei, sich nach der Schule zu artikulieren, auf die Straße zu gehen", erklärte Drescher.


Unterdessen bekommt die Klimaschutz-Bewegung "Fridays for Future" Unterstützung aus der Wissenschaft. Mehr als 12.000 Forscher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erklärten gemeinsam, die jungen Menschen forderten zu Recht, dass sich die Gesellschaft "ohne weiteres Zögern" auf Nachhaltigkeit ausrichte. Ohne konsequenten Wandel sei ihre Zukunft in Gefahr.