Lausitz

Kohleabbau bis mindestens 2040

Egal, ob die Menschen atmen können, Hauptsache sie haben Jobs. So könnte man überspitzt formulieren. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat diese Woche klargestellt: Vor 2040 kein Ausstieg aus der Braunkohle in Brandenburg.

Kohlekraftwerk in Jänschwalde
Kohlekraftwerk in Jänschwalde | © imago/Rainer Weisflog

Dabei scheint die sogenannte Kohle-Kommission der Bundesregierung ganz andere Vorstellungen zu haben. Heute besuchen ihre Vertreter das Braunkohlerevier in der Lausitz.

Zum heutigen Besuch der Kohle-Kommission in der Lausitz sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auf radioeins:

"Ich erwarte vor allem, dass wir aus der monothematischen Ausstiegsdebatte rauskommen, dass wir mit den Mitgliedern der Kommission, es sind ja ziemlich viele, reden können, dass sie einen Eindruck bekommen, was hier in der Region schon passiert ist. Und dass sie auch einen Eindruck davon bekommen, dass die Menschen hier in der Region eines überhaupt nicht leiden können, und das ist, dass weit von ihnen entfernt über ihre Köpfe entschieden wird und dass bei vielen auch ankommt, der ganzen Region wird hier die Perspektive genommen. Das können die Menschen nicht ertragen. (...) Wir sind im Kohlebereich ja schon viele Schritte gegangen, der letzte Schritt war vor eineinhalb Wochen, als der erste Block im Kraftwerk Jänschwalde in die Reserve gegangen ist. Das sind Millionen Tonnen CO2-Einsparung, und ich glaube, auch diesen Weg sollte man erstmal zur Kenntnis nehmen in Berlin. Und zweitens sollten wir diesen Weg weitergehen, ein schrittweiser Ausstieg bis in die Vierzigerjahre hinein ist der richtige Weg, den können wir händeln."

Woidke sagte weiter, dass die Kohle-Kommision der Politik hierzu nur Vorschläge unterbreiten könne:

"Darauf möchte ich auch noch mal hinweisen. Am Ende ist es der Bundeswirtschaftsminister, das Bundeskabinett, die Bundeskanzlerin und der Deutsche Bundestag, der zu entscheiden hat. Und ich glaube schon, dass wir da eine Entscheidung brauchen, die auch politisch vertretbar ist, und da geht es um Klimaschutz, es geht aber natürlich auch um die Zukunft einer Region. (...) Strukturbrüche würden die ganze Region hier in ein wirtschaftliches, in ein soziales, aber vor allem auch in ein politisches Chaos stürzen."

Das komplette Interview hören Sie hier:

Kohlekraftwerk in Jänschwalde
imago/Rainer Weisflog
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