CDU-Brandenburg

Innerparteiliche Kritik an Senftleben wird immer lauter

Anders als üblich hat die Brandenburger CDU-Fraktion in ihrer ersten Sitzung am Dienstag keinen neuen Vorstand gewählt. Auch innerhalb der CDU-Fraktion regt sich nach dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl mit 15,6 Prozent Kritik an Landes- und Fraktionschef Ingo Senftleben.

Ingo Senftleben, Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl in Brandenburg © dpa/Christophe Gateau
Ingo Senftleben, Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl in Brandenburg | © dpa/Christophe Gateau

Landtagsmitglied Frank Bommert (CDU) wollte in einer Wahl um den Fraktionsvorsitz gegen Senftleben antreten, fand dafür aber keine Mehrheit. Sechs Abgeordnete stimmten für die Neuwahl, neun andere für eine Verschiebung.  

Senftlebens Kritiker um Bommert und Ex-Fraktionschefin Saskia Ludwig werfen Senftleben vor, mit seinem liberalen Kurs und der Gesprächsbereitschaft gegenüber Linken und Grünen für das schlechte Wahlergebnis der CDU mitverantwortlich zu sein. "Um eine vernünftige Sondierung und stabile Koalitionsverhandlung führen zu können, müssen wir auch mit einem entsprechend glaubwürdigen, starken Verhandlungsführer in diese Verhandlungen gehen", sagte Ludwig am Dienstag. "Und das sehen wir nach diesem Wahlergebnis und nach den Aussagen von Ingo Senftleben bei ihm nicht." 

Laut Vorstandbeschluss ist Senftleben nun aber zunächst Teil des Sondierungsteams, das mit der SPD über eine mögliche Regierungskoalition sprechen will. Über den neuen Fraktionsvorstand soll dann nach den Sondierungsgesprächen in ungefähr drei Wochen abgestimmt werden.

radioeins-Brandenburg-Reporterin Amelie Ernst berichtet darüber.

Ingo Senftleben, Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl in Brandenburg © dpa/Christophe Gateau
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