Österreich

Folgen und Lehren der Ibiza-Affäre

In einem 2017 auf Ibiza heimlich aufgenommenen Video zeigte sich der damalige Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache anfällig für Korruption. Die ÖVP-FPÖ-Koalition unter Bundeskanzler Sebastian Kurz zerbrach nach der Veröffentlichung des Videos.

Der österreichische Politiker Heinz-Christian Strache © imago images/Alex Halada
Der österreichische Politiker Heinz-Christian Strache | © imago images/Alex Halada

Was im Juli 2017 in einer Villa auf Ibiza geschah, sollte vor einem Jahr – am 17. Mai 2019 – um die Welt gehen. Aber vor allem Österreich wurde dadurch auf den Kopf gestellt.

Der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache, der bis 2019 für die rechtspopulistische FPÖ aktiv war, wurde zusammen mit dem mittlerweile ehemaligen FPÖ-Politiker Johann Gudenus heimlich in einer Villa auf Ibiza dabei gefilmt, wie sie beide ihre Bereitschaft zur Korruption, Umgehung der Gesetze zur Parteienfinanzierung sowie zur verdeckten Übernahme der Kontrolle über parteiunabhängige Medien gegenüber einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen zeigten. Die Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online veröffentlichten Ausschnitte des Videos.

Wer Strache die Video-Falle mit der angelblichen Oligarchentochter stellte, ist bis heute offiziell unklar. Die Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ um Bundeskanzler Kurz ist jedenfalls daran im Mai 2019 zerbrochen, Strache wurde letztendlich am 13. Dezember 2019 aus der FPÖ ausgeschlossen und die politische Landschaft Österreichs ist heute eine andere.

Tom Böttcher und Marco Seiffert sprechen darüber mit dem Politikwissenschaftler Peter Filzmaier. Er ist Professor für Demokratiestudien und Politikforschung an der Donau-Universität Krems und für Politische Kommunikation an der Karl-Franzens-Universität Graz.

Der österreichische Politiker Heinz-Christian Strache © imago images/Alex Halada
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