Interview mit Annegret Kramp-Karrenbauer

„Ich habe einen sehr traditionellen Ehebegriff“

Heute beginnt das große Schaulaufen: Die Kandidaten für den Posten der CDU-Führung präsentieren sich der Parteibasis, bevor dann Anfang Dezember der Vorsitz offiziell gewählt wird. Bis dahin trommeln die insgesamt zwölf potentiellen Merkel-Nachfolger auf mehreren Regionalkonferenzen, die erste davon heute in Lübeck.

Annegret Kramp-Karrenbauer © imago/Becker&Bredel
Annegret Kramp-Karrenbauer | © imago

Sie wird bisher immer wieder als Favoritin für den neuen CDU-Chefposten gehandelt, neben Friedrich Merz und Jens Spahn.

Vor der ersten Regionalkonferenz in Lübeck sagte die CDU-Generalsekretärin auf radioeins:

„Ich habe kein besonderes Rezept. Ich stehe vor dieser Partei mit meiner Arbeit für die Partei, die ich bisher geleistet habe in den Staatsämtern, aber auch besonders in den letzten Monaten als Generalsekretärin. Da kann sich die Partei ein ganz gutes Bild mache, womit sie mit mir in die Zukunft gehen könnte. Und ich hoffe, dass das überzeugend ist.“

Zu der von ihr angekündigten großen Steuerreform sagte sie:

„Eine große Steuerreform muss ganz unterschiedliche Aspekte in den Blick nehmen. Das Eine ist die Frage in einer digitalisierten Welt, was besteuern wir - die Frage der Digitalsteuer, wie wir sie diskutieren. Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit - um Unternehmensteuern. Aber es geht mir insbesondere auch darum, dass ein großes Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft – dass sich Leistung lohnen muss - für viele Menschen auch realisierbar wird. Und dabei müssen wir vor allem über das Thema, wie entlasten wir die Mitte - etwa die kalte Progression, etwa beim Thema Soli - auch reden. Das muss in ein Gesamtpaket gegossen werden und das ist eine gute Aufgabe für die CDU in der Zukunft .“

Zu der Kritik von Mitkandidat Jens Spahn an ihren Äußerungen über die „Ehe für alle“ sagte Kramp-Karrenbauer auf radioeins:

„Ich hab immer dazu gestanden, dass es Verpartnerung gibt, dass Diskriminierungen abgebaut werden, aber ich hab beim Thema „Ehe für alle“ eben einen sehr traditionellen Ehebegriff - der ist vielleicht nicht mehr mehrheitsfähig, aber ist meine persönliche Überzeugung und dazu stehe ich. (…) Persönlich verletzten will ich dabei niemanden, aber es ist eben eine Diskussion, die viele persönlich berührt.“

Das komplette Interview hören Sie hier: