Nach Häufung von Coronafällen

Eine ganze Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

Der Landkreis Oberhavel führt in der Flüchtlingsunterkunft Hennigsdorf umfangreiche Maßnahmen durch, um weitere Coronavirus-Ansteckungen zu verhindern. Nachdem die meisten der über 400 Bewohner getestet wurden, steht nach den bislang vorliegenden Ergebnissen fest: Mindestens 68 Menschen in den fünf Häusern sind infiziert.

Mitarbeiter des Sozialamts in einer Flüchtlingsunterkunft © imago images/Reichwein
Auf Anordnung des Gesundheitsamtes stehen jetzt alle fünf belegten Häuser der Unterkunft Stolpe-Süd unter Quarantäne | © imago images/Reichwein

Die Zimmer sind klein, die Betten stehen eng bei einander, Küche und Bad werden geteilt. Seit sechs Jahren lebt Nde Nzongou in der Hennigsdorfer Flüchtlingsunterkunft Stolpe-Süd in Brandenburg. Er ist damals aus Kamerun nach Deutschland geflüchtet und sagt:

„Ich war nie im Gefängnis. Aber diese Situation ist wie im Gefängnis. Wir sind immer zwei in einem oder vier in einem Zimmer. Das ist nicht schön. Man kann kein Privatleben haben. Das ist kein Leben.“

Nde Nzongou ist Altenpflegerhelfer – zurzeit darf er nicht arbeiten. Er hat sich mit Corona infiziert. Wie knapp 70 andere in seiner Unterkunft. Auf engem Raum leben die insgesamt 115 Bewohnerinnen und Bewohner in verschiedenen Häusern zusammen. Abstandsregeln können nicht eingehalten werden. Zum Teil ist die Lebensmittelversorgung schwierig. Jetzt stehen alle unter Quarantäne. Sie dürfen nicht raus und sind verunsichert wie es weitergeht.

Tom Böttcher und Marco Seiffert sprechen darüber mit Ludger Weskamp (SPD), Landrat Landkreis Oberhavel.

Mitarbeiter des Sozialamts in einer Flüchtlingsunterkunft © imago images/Reichwein
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