Berlin

Demo gegen Corona-Maßnahmen - ohne Maske und Abstand

In Berlin haben gestern bis zu 20.000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Der Zug führte durch Mitte und Tiergarten zum Brandenburger Tor. Die Polizei löste die Kundgebung schließlich wegen Missachtung der Hygiene- und Abstandsregeln auf. Zudem wurde gegen den Versammlungsleiter Strafanzeige gestellt, weil die Hygieneregeln nicht eingehalten wurden.

Tausende Menschen stehen bei der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen dicht gedrängt und ohne die Abstandsregeln zu beachten vor dem Brandenburger Tor © dpa/Paul Zinken
Tausende Menschen stehen bei der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen dicht gedrängt und ohne die Abstandsregeln zu beachten vor dem Brandenburger Tor | © dpa/Paul Zinken

Während die Infektionszahlen wieder steigen, haben Menschen aus dem ganzen Land gestern in Berlin das angebliche Ende der Pandemie verkündet und gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Zu der Demonstration hatte die Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" aufgerufen. Sie hatte auch den Transport der Demonstranten mit Bussen organisiert.

Bei der größten Protestveranstaltung haben mehr als 20.000 Menschen gegen die Auflagen zum Schutz vor Corona protestiert. Dabei missachteten viele die geltenden Abstandsregeln und trugen keinen Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei löste die Kundgebung schließlich auf. Am Abend kam es bei einer Demonstration linker Gruppen in Berlin-Neukölln Ausschreitungen.

Weil auch Verschwörungsideologen und Rechtsextremisten teilnehmen, hatten mehrere Organisationen zu Gegen-Demonstrationen aufgerufen. 1.100 Polizisten waren im Einsatz. Vereinzelt wurden auch Reichskriegsflaggen und antisemitische Plakate gezeigt.

Olaf Sundermeyer von rbb|24 Recherche berichtet darüber.

Tausende Menschen stehen bei der Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen dicht gedrängt und ohne die Abstandsregeln zu beachten vor dem Brandenburger Tor © dpa/Paul Zinken
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Bei den Demonstrationen in Berlin sind gestern noch deutlich mehr Polizisten verletzt worden als bisher gemeldet. Das sagte eine Polizeisprecherin dem Inforadio vom rbb. Demnach kamen insgesamt 45 Beamte zu Schaden. Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, Jendro, verurteilte die Gewalt.

Kritik an Demo gegen Corona-Auflagen


Mehrere Politiker haben die Demonstration gegen die Corona-Auflagen gestern in Berlin scharf kritisiert. Die Demonstranten würden die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und riskierten damit die Gesundheit anderer Menschen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller im rbb. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schrieb auf Twitter, Demonstrationen müssten auch in Corona-Zeiten möglich sein, aber nicht so.