Abgabe auf Ausstoß von Kohlendioxid

CO2-Steuer: Der Weisheit letzter Schluss?

Seit vorigen Freitag wurden schon mehrere Gutachten zur CO2-Bepreisung vorgelegt. Heute kommt nun gewissermaßen der Höhepunkt. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekommt ein mit Spannung erwartetes Gutachten zum CO2-Preis für mehr
Klimaschutz von den Wirtschaftsweisen übergeben.

Abgase kommen aus dem Auspuff eines Autos © dpa/Marijan Murat
Die Autoindustrie will Emissionshandel statt CO2-Steuer | © dpa/Marijan Murat

Die Wirtschaftsweisen vom Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung widmen sich der Frage, ob und wie man den Ausstoß des Klimagases CO2 mit einem Preis versehen kann und wie man für Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen einen Ausgleich schaffen kann - und das im Auftrag der Bundesregierung. Außerdem wird ein vom Kanzleramt in Auftrag gegebenes Gutachten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung erwartet.

Tom Böttcher und Marco Seiffert sprechen darüber mit Sophie von der Tann aus dem ARD-Hauptstadtstudio.

Abgase kommen aus dem Auspuff eines Autos © dpa/Marijan Murat
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Unterdessen hat sich die Energiewirtschaft mit einem eigenen Vorschlag in die Debatte über eine CO2-Steuer eingeschaltet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft plädiert darin für eine Abgabe auf den Ausstoß von Kohlendioxid, der sich am Preis im europäischen Emissionshandel orientiert. Dies sind gegenwärtig etwa 25 Euro je Tonne. Der Benzinpreis würde dadurch um etwa 6 Cent je Liter steigen, wie ein Gutachten des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung der Uni Bochum für den Verband ergab. 

Die Einnahmen aus dieser Abgabe sollen den Bürgern erstattet werden. Hier schlägt die Energiewirtschaft vor, die Stromsteuer zu senken und das Wohngeld und die Bezüge von Langzeitarbeitslosen zu erhöhen.