Politik

BrandenburgTrend: AfD erstmals vorn - Grüne stark

Zweieinhalb Monate vor der Landtagswahl in Brandenburg liegt die AfD mit 21 Prozent als stärkste Kraft in der Wählergunst vorn - erst auf Platz 2 folgt die seit 29 Jahren im Land regierende SPD mit 18 Prozent. Sie verliert im Vergleich zum April um vier Punkte am Deutlichsten.

Der Brandenburger Landtag in Potsdam © radioeins/Chris Melzer
Wenn am Sonntag Wahl wäre, hätte das regierende rot-rote Bündnis der Umfrage zufolge keine Mehrheit mehr | © radioeins/Chris Melzer

Diese Umfrage lässt aufhorchen: Im BrandenburgTrend des rbb liegt die AfD rund drei Monate vor der Landtagswahl erstmals vor den anderen Parteien. Wenn bereits am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die Partei auf 21 Prozent. Das hat die Meinungsumfrage von infratest dimap im Auftrag des Fernsehmagazins "Brandenburg Aktuell" und von "Antenne Brandenburg" ergeben. Das ist ein Plus von zwei Prozentpunkten. 

Den größten Zuwachs verzeichnen bei der Erhebung die Grünen. Sie steigerten sich um fünf Punkte auf jetzt 17 Prozent und liegen damit gleichauf mit der CDU. 

Die SPD käme auf 18 Prozent und der Koalitionspartner Linke auf 14 Prozent. Die amtierende rot-rote Koalition ist damit weit von einer erneuten Mehrheit entfernt.

Die FDP könnte mit fünf Prozent wieder in den Landtag einziehen.

radioeins-Landtagsreporterin Amelie Ernst berichtet darüber.

Der Brandenburger Landtag in Potsdam © radioeins/Chris Melzer
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Bei den wichtigsten politischen Problemen, die nach Ansicht der Brandenburger vordringlich gelöst werden müssen, liegen Infrastruktur und Verkehr ganz vorn. 25 Prozent der Befragten mahnen unter anderem bessere Straßen, Krankenhäuser oder einen schnelleren Internetzugang an.

An zweiter Stelle rangieren Fragen von Bildung, Schule und Ausbildung (22 Prozent, +7). Das Thema Umweltschutz und Klimawandel rückt in die Top 3 der politischen Agenda vor (19 Prozent, +7).

Die gößte umweltpolitische Kompetenz sehen die Befragten bei den Grünen (52 Prozent). In der Bildungspolitik hat die SPD einen leichten Kompetenzvorsprung (20 Prozent) vor CDU und Linken (je 18 Prozent). Die Bekämpfung von Kriminalität und Verbrechen sehen 26 Prozent bei der CDU am besten aufgehoben, hinter ihr liegen AfD (18 Prozent) und SPD (14 Prozent).


Wenn ein Ministerpräsident direkt gewählt werden könnte, würde SPD-Amtsinhaber Dietmar Woidke mit 48 Prozent vorn liegen. CDU-Herausforderer Ingo Senftleben könnte nur mit 11 Prozent rechnen. Bei den CDU-Anhängern hat SPD-Mann Woidke mehr Rückhalt (42 Prozent) als der eigene Kandidat (37 Prozent). 

Den AfD-Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz sehen nur 8 Prozent in der Ministerpräsidententrolle. Nur jeder dritte AfD-Anhänger (34 Prozent) wünscht sich Kalbitz in diesem Amt.