Frachter hat die Ukraine verlassen

Häusling (Die Grünen): Kommen die leeren Schiffe wieder zurück in die Ukraine?

Frachter mit 26.000 Tonnen Mais auf dem Weg in den Libanon

Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat wieder ein Schiff mit Getreide den Hafen von Odessa verlassen. Das mit Mais beladene Frachtschiff "Razoni" ist am Montagmorgen in Richtung Libanon aufgebrochen. Ein gutes Zeichen, aber eine wichtige Frage bleibt laut Häusling von den Grünen: "Kommen die leeren Schiffe, wenn sie entladen sind, wieder zurück in die Ukraine?"

Der Massengutfrachter Razoni verlässt den Hafen von Odessa © Michael Shtekel/AP/dpa
Der Massengutfrachter Razoni verlässt den Hafen von Odessa | © Michael Shtekel/AP/dpa

Das erste Schiff mit ukrainischem Getreide hat den Hafen von Odessa verlassen. Die "Razoni" hat gestern Morgen um 9:15 Uhr abgelegt. Die Route über das Schwarze Meer sei mit dem neuen Istanbuler Kontrollzentrum abgestimmt, heißt es von dort. Außerdem habe man alle Beteiligten darum gebeten, ihre Armee und alle relevanten Behörden zu informieren, um für eine sichere Fahrt zu sorgen. Heute Nacht soll das Schiff die Einfahrt zum Bosporus bei Istanbul erreichen und ankern. Geplant ist, dass dort ein Team des Kontrollzentrums an Bord geht, um die Ladung zu inspizieren. Der türkische Verteidigungsminister Akar spricht von Kontrolleuren aus Russland, der Ukraine, der Türkei und der Vereinten Nationen, also den vier Parteien, die auch im Kontrollzentrum zusammenarbeiten.

Der Frachter, der unter der Flagge von Sierra Leone fährt, soll 26.000 Tonnen ukrainischen Mais an Bord haben. Ziel ist Tripoli im Libanon. Von einem Konvoi aus Getreidetransportern ist im Moment nicht die Rede. Der ukrainische Infrastrukturminister sagte aber, es würden 16 weitere Schiffe darauf warten, ablegen zu können.

Wir sprachen darüber mit Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament.

Die Ukraine zählt zu den wichtigsten Getreide-Exporteuren der Welt. Seit Kriegsbeginn lagern dort Millionen Tonnen Getreide. Ob weitere Getreideexporte über das Meer möglich sind, hänge von verschiedenen Faktoren ab, hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Häusling, heute Morgen auf radioeins. In erster Linie wird das Getreide in den Ländern des Nahen Ostens gebraucht. "Es gibt ganz viel Bedarf auch in Ägypten und überhaupt in Nordafrika. Diese Länder hängen ganz stark ab von Getreideexporten aus der Ukraine. Da geht es tatsächlich um Millionen von Tonnen, die dringend benötigt werden, denn akut hungern ja schon Menschen in diesen Ländern. Wenn das Getreide jetzt nicht ankäme, dann hätten wir eine Katastrophe", sagte Häusling.

Der Massengutfrachter Razoni verlässt den Hafen von Odessa © Michael Shtekel/AP/dpa
Michael Shtekel/AP/dpa
Download (mp3, 5 MB)

Mehr zum Thema:

Ukraine

Erstes Schiff mit Getreide verlässt Hafen von Odessa

Ukraine: Das Frachtschiff Razoni mit mehreren Tonnen Mais im Hafen von Odessa
IMAGO / SNA

Erstmals seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat ein mit Mais beladenes Schiff den Hafen von Odessa verlassen. Das unter der Flagge von Sierra Leone fahrende Frachtschiff ist in ... [mehr]